Das Zeitalter der Industrie

Als der Mensch seine eigene Arbeitskraft durch mechanische Antriebe ersetzen konnte, begann die industrielle Revolution: Sie schaffte nie geahnten materiellen Wohlstand – und nie geahnte Veränderungen der natürlichen Umwelt. Damit werden die Grundlagen ihres eigenen Erfolges in Frage gestellt.

Hintergrund:
Die Industrielle Revolution

Die industrielle Revolution hat ihre Wurzeln in der Entdeckung der Kohle als Brennstoff: Als in England das Brennholz knapp wurde, begannen im 13. Jahrhundert die Engländer in größerem Umfang, Kohle zu verheizen; im Jahr 1700 wurden alleine in der Stadt London 1.700 Tonnen Kohle pro Tag verbrannt. Durch diesen Verbrauch waren die englischen Bergwerke so tief geworden, dass sie mit Wasser voll liefen – zum Abpumpen dieses Grubenwassers entwickelte Thomas Newcomen im Jahr 1712 die Dampfmaschine.
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    Eine kleine Geschichte der Menschheit:
    Die Welt wächst zusammen (1800 bis 1945)
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    Neue Herausforderungen (1945 bis heute)
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Die Industrialisierung der Landwirtschaft

Über Jahrtausende stellte die wachsende Menschheit ihre Nahrungsmittelversorgung vor allem durch eine Ausweitung des Acker- und Weidelands sicher. Mit der wissenschaftlich- technischen Basis der Industriellen Revolution änderte sich dies: Kunstdünger, Maschinen und Züchtungserfolge führten zu einer hoch technisierten industriellen Landwirtschaft.
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Die ökologischen Folgen der Industriellen Revolution

Die Bevölkerung der Erde

Mit der Industriellen Revolution ging eine zweite Wachstumsphase der Weltbevölkerung einher, die diese immer schneller ansteigen ließ - von 700 Millionen im Jahr 1730 auf heute über 6,8 Milliarden Menschen.
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Rohstoffe

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts führte die Industrialisierung zu nie gekanntem materiellem Wohlstand in einem Teil der Welt. Dabei wurde der Mensch zur wirksamsten geologischen Kraft, die jedes Jahr viele Milliarden Tonnen Material bewegt. Die ökologischen Folgen unseres Rohstoffverbrauchs und die dabei entstehenden Abfälle überschreiten inzwischen die Tragfähigkeit des Ökosystems Erde.
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Energie

Energie ist die Grundlage der modernen Industriegesellschaft: Weltweit nutzen wir mehr als 11.000 Millionen Tonnen Erdöläquivalent im Jahr. Ein Bewohner Deutschlands verbraucht im Schnitt 137 kWh/Tag an Primärenergie. Der größte Teil davon wird über die Verbrennung fossiler Brennstoffe erzeugt, die die Luft verschmutzen und die wichtigste Ursache für den Klimawandel sind. Außerdem sind fossile Brennstoffe endlich - umso tragischer, dass die meiste Energie verschwendet wird.
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Eine kleine Geschichte des menschlichen Energieverbrauchs

Den größten Teil ihrer Geschichte war die Menschheit auf ihre Muskelkraft angewiesen. Jäger, Sammler und vorgeschichtliche Fischer waren fast ausschließlich auf die Energie aus ihrer Nahrung angewiesen. Die Wirksamkeit der Muskelkraft wurde aber schon früh durch Werkzeuge erhöht. Mit der Erfindung der Landwirtschaft machte der Mensch sich auch die Muskelkraft von Haustieren nutzbar, und im Laufe der Zeit nutzte er auch mechanische Energie - Wasser- und Windmühlen sowie Segelboote waren die wichtigsten Erfindungen. Die Nutzung fossiler Brennstoffe, die die Industrielle Revolution einleitete, vervielfachte die dem Menschen zur Verfügung stehende Energie.
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Energie und ihre Einheiten

Joule, Megajoule, Kilowattstunden, Barrel, Megatonnen Erdöläquivalent, ... Mehr über Energie und ihre Einheiten finden Sie >> hier.

Eine kleine Geschichte des Erdöls

Bereits in der Vorgeschichte wurde Erdöl verwendet, etwa zum Abdichten von Booten. Die moderne Geschichte beginnt mit der Nutzung von Petroleum als Lampenöl und Edwin Drakes Entdeckung einer unterirdischen Ölquelle in Titusville. Als Treibstoff der Industriegesellschaft beginnt die goldene Zeit des Erdöls: Erdöl entscheidet Kriege und trägt maßgeblich zum materiellen Wohlstand der Industriegesellschaften bei - wird aber selbst auch zum Auslöser von Krisen und Kriegen.
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Das Ende des billigen Öls

Der weltweite Ölverbrauch steigt Jahr um Jahr - und neue Ölfelder werden kaum noch gefunden. Die bekannten Reserven nehmen ab, und der Löwenanteil des heute geförderten Öls stammt aus Ölfeldern, die vor 1970 gefunden wurden. Die aufgehende Schere zwischen Ölverbrauch und Reserven bedeutet vor allem eins: Die Zeit des billigen Öls ist vorbei.
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Eine kleine Geschichte der Atomkraft

Mit der Entdeckung der Radioaktivität, der Aufklärung des Aufbaus eines Atoms und der Entdeckung der Austauschbarkeit von Masse und Energie (Einsteins E = mc²) und der Kernspaltung wurde der Menschheit eine gewaltige neue Energiequelle nutzbar. Die atomare Kettenreaktion machte die Atombombe greifbar, im zweiten Weltkrieg wurde sie entwickelt - und eingesetzt. Die Folgen waren furchtbar, das Programm “Atoms for Peace” sollte die Atomkraft zum Wohle der Menschheit nutzen.
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Böden

Böden sind die Grundlage für die Erzeugung von Nahrungsmitteln, und daher eines der kostbarsten Güter der Menschheit. Und dennoch werden die Böden großräumig zerstört; fast ein Viertel der vom Menschen genutzten Landfläche ist heute durch Erosion geschädigt.
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Wasser

Im 20. Jahrhundert stieg der Wasserverbrauch von 580 km³ auf 5.200 km³: Um dieses Wasser zu beschaffen, wurden in vielen Gebieten der Erde dei Flussgebiete mit Staudämmen und Umleitungen völlig umgestaltet, mit der Verfügbarkeit von billigem Öl wurden zudem Grundwasservorräte in großem Umfang erschlossen. Diese Projekte haben das Leben zahlreicher Menschen verbessert, aber auch hohe soziale, ökonomische und ökologische Kosten verursacht. Und nach wie vor verfügen über eine Milliarde Menschen nicht über einen Zugang zu sicherem Trinkwasser.
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mehr zur Nutzung des Wassers durch den Menschen und die Folgen
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mehr zur Wasserverschmutzung

Luftverschmutzung

Mit der industriellen Revolution nahm die Luftverschmutzung ganz neue Dimensionen an: Im Viktorianischen England waren etwa ein Viertel aller Todesfälle auf Lungenkrankheiten zurückzuführen. Mit der zweiten Phase der industriellen Revolution ab 1870 entstanden Schwerindustrien – Eisen, Stahl, Chemikalien – mit riesigem Kohleverbrauch auch in anderen europäischen Ländern sowie in den USA und Japan, im 20. Jahrhundert dann auch in Russland, Kanada, Lateinamerika und Asien. Die Luft um die Hüttenwerke, in den Städten und Industriegebieten war katastrophal schlecht, schien aber der unvermeidliche Preis des entstehenden Wohlstands zu sein. >> mehr

Klimawandel

Vor allem die Verbrennung fossiler Brennstoffe hat die Konzentration an Treibhausgasen in der Atmosphäre ansteigen lassen - und die Erde wird immer wärmer. Unter den Klimaforschern herrscht große Einigkeit, dass die vom Menschen freigesetzten Treibhausgase die Hauptursache des gegenwärtigen Klimawandels sind. >> mehr
 

Siehe auch die neue Website:
www.klimawandel-verstehen.de

Chemikalien in der Umwelt

Seit 1950 wurden etwa 75.000 neue Chemikalien hergestellt, im Jahr 2.000 1.000 Millionen Tonnen von ihnen produziert. Chemikalien finden sich heute in nahezu allen Produkten des Alltags - und überall in der Umwelt und in jedem Menschen. >> mehr

Eine kleine Geschichte der Abfälle

Abfälle sind so alt wie die Menschheit: Die Abfälle der frühesten menschlichen Aktivitäten sind eine wichtige Erkenntnisquelle für die Archäologen. Mit zunehmender Warenproduktion fielen auch immer mehr Abfälle an. Die industriell preiswert hergestellten Waren wurden so billig, dass ganz neue Verhaltensweisen entstanden: “Ex und hopp” wurde zum Schlagwort für Einwegware, die einmal verwendet und dann weggeworfen wurde. >> mehr

Rückgang der biologischen Vielfalt

Die Entwicklung menschlicher Gesellschaften ging mit einer dramatischen Zerstörung natürlicher Ökosysteme und schnell zunehmendem Aussterben von Arten einher. Wichtigste Ursache sind die Zerstörung und Fragmentierung der Lebensräume. Wie viele Arten bereits unwiederbringlich verloren gegangen sind, kann heute niemand sagen. Aber die Fachleute sind sich einig: Der Einfluss des Menschen auf die Artenvielfalt lässt sich mit den fünf großen Aussterbeereignissen vergleichen, die in den letzten 500 Mio. Jahren stattgefunden haben. >> mehr

Die Plünderung der Weltmeere

Fischreichtum hat einst die Geschichte der Erde verändert: Längst bevor Kolumbus Amerika entdeckte, hatten baskische Fischer die reichen Kabeljaugründe vor Neufundland genutzt; ihr Geheimnis aber für sich behalten (>> mehr). Ähnlich den großen Bisonherden Nordamerikas zogen Schwärme des majestätischen Roten Thunfisches durch den Atlantik und ins Mittelmeer. Diese Zeiten sind vorbei ...
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Eine kleine Geschichte des Walfangs

Wale werden, wie viele Jahrtausende alte Felszeichnungen zeigen, seit langer Zeit gejagt. Lampenöle aus Waltran waren ein wichtiger Brennstoff für Lampen, bevor fossile Brennstoffe genutzt wurden; und man konnte Waltran zur Reinigung von Wollkleidung verwenden.
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Eine Art Zusammenfassung:
Globale Veränderungen
oder: Ein Großversuch mit dem Ökosystem Erde

Im Industriezeitalter hat der Mensch die Fähigkeit erlangt, das Ökosystem Erde insgesamt zu verändern. Die menschliche Bevölkerung, die technischen Möglichkeiten und die materiellen Ansprüche der reichen Menschen bewirken Umweltveränderungen, die auf die natürlichen Regelkreise einwirken, die das Ökosystem steuern. So entstehen globale Veränderungen der Umwelt; ein Beispiel ist der Klimawandel. Um solche Folgen unseres Handels zu vermeiden, müssen wir in Zukunft komplexe Wechselwirkungen besser berücksichtigen.
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© Jürgen Paeger 2006 - 2009

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