Das Zeitalter der Industrie
Die sechs wichtigsten Luftschadstoffe

Kohlenmonoxid (CO): Ein farb- und geruchloses, giftiges Gas, das bei der unvollständigen Verbrennung von Holz, Kohle, Diesel und Benzin entsteht. Hauptquelle für Kohlenmonoxid sind Autos und Lastwagen, die etwa 60 Prozent der gesamten Emissionen verursachen; in Städten an Hauptverkehrstraßen bis zu 95 Prozent.

Stäube/Partikel: Stäube entstehen bei der Verbrennung und bei industriellen Prozessen, zunehmend auch im Verkehr (Dieselruß). Stäube aus offenen Feuern und primitiven Herden tragen zu Millionen Toten in Entwicklungsländern bei (>> mehr); in den Industrieländern sind es heute vor allem die Feinstäube (Partikel mit weniger als 10 μm Durchmesser - engl. PM 10), die besondere Aufmerksamkeit verdienen: Diese sind so klein, dass sie in die Lunge gelangen können, wo sie Atemwegserkrankungen hervorrufen können; nach neuesten Erkenntnissen besteht auch ein dringender Verdacht, dass sie entzündliche Prozesse im Gehirn verursachen. Die europaweit gültigen Grenzwerte werden in Deutschland oft nicht eingehalten. Kommunen und Länder versuchen, das Problem mit Luftreinhalte- und Aktionsplänen in den Griff zu bekommen; das Ziel wird jedoch so selten erreicht, dass jetzt diskutiert wird, dass künftig die Grenzwerte an 55 Tagen im Jahr (statt bisher 35 Tagen) überschritten werden dürfen - obwohl die EU-Kommission (wie auch die US-amerikanische Umweltbehörde EPA) Feinstaub zum umwelthygienischen Schwerpunktthema erklärt haben. Eine relevante Quelle für Feinstaub sind auch Kaminöfen und andere Holzfeuerungen, die oft bis zu eintausend Mal so viele Schadstoffe abgeben wie moderne Öl- oder Gasheizungen.

Siehe hierzu auch: >> Feinstaub im Hirn (DIE ZEIT 9/2009)

Zu den Partikeln gehören auch Metalle, die z.T. giftig sind (Blei). Blei wurde in der Vergangenheit als Zusatz im Benzin benutzt, seit dem Verbot bleihaltigen Benzins im Jahr 1988 ist der Bleigehalt in der Luft so weit zurückgegangen, dass er heute in der Regel 5 Prozent des Grenzwertes nicht mehr überschreitet.

Schwefeldioxid (SO2): entstehen bei der Oxidation des Schwefels, der in Brennstoffen enthalten ist. Hauptquelle sind Raffinerien und Gießereien sowie Kraftwerke. Schwefeloxide bilden in der Luft Schwefelsäure und tragen zum „Sauren Regen“ bei; in der Atemluft können sie zu Atemwegserkrankungen führen.

Stickstoffoxide (NOx): entstehen bei hohen Temperaturen aus dem Stickstoff der Verbrennungsluft. Hauptquellen sind Autos, Eisen- und Stahlindustrie, Chemische Industrie und Kraftwerke. Stickoxide können zum einen Atemwegserkrankungen auslösen sind und sind an der Bildung von “Saurem Regen” und der Stickstoffüberdüngung natürlicher Ökosysteme beteiligt, zum anderen sind sie an der Bildung des erdnahen Ozons (siehe >> Sekundäre Luftschadstoffe) beteiligt.

Die Emission von Stickstoffoxiden ist auch in den reichen Industrieländern noch zu hoch und gehört zu den ungelösten Umweltproblemen; die technischen Fortschritte (Katalysator) wurden in der Vergangenheit oft durch zunehmenden Verkehr wieder kompensiert.

Kohlenwasserstoffe (HC): entstehen bei der unvollständigen Verbrennung von Diesel und Benzin und werden bei der Verwendung von Lösemitteln freigesetzt. Besonders gefährlich sind die polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK), Verbindungen mit mindestens zwei miteinander verbundenen Benzolringen. Sie reizen Atemwege und Augen, einige PAK sind krebserregend und verändern möglicherwese das Erbgut. Kohlenwasserstoffe tragen mit den Stickstoffoxiden zum Sommersmog (siehe >> Sekundäre Luftschadstoffe) bei.

Weitere Luftschadstoffe

Sekundäre Luftschadstoffe bilden sich in der Atmosphäre durch chemische Reaktionen. So bilden Schwefeldioxid und Stickstoffoxide Säuren („Saurer Regen“); Stickstoffoxide bilden zudem mit Kohlenwasserstoffe unter der Einwirkung von Sonnenlicht in Erdnähe Ozon und andere Schadstoffe (Sommersmog), die Schleimhäute reizen und Pflanzen schädigen.

Zu den Luftschadstoffen gehören auch die >> Treibhausgase, die zum >> Klimawandel beitragen, langlebige chlor- und bromhaltige Verbindungen wie die Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), Halone (bromierte organische Verbindungen, die sich von Methan und Ethan ableiten) und andere Stoffe mit Ozonabbaupotenzial, die die Ozonschicht in der Stratosphäre zerstören (>> mehr), sowie giftige und radioaktive Stoffe.

Giftige Stoffe sind solche Schadstoffe, die bereits in geringen Konzentrationen Krebs oder andere schwere Krankheiten auslösen können. Zu ihnen gehören Benzol (das dem Benzin beigemischt und mit den Abgasen freigesetzt wird), Schwermetalle, Dioxin, Asbest, etc. (Mehr zu diesem Thema: >> Chemikalien in der Umwelt)

© Jürgen Paeger 2006 - 2009

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