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Noch tragischer ist aber der Rückgang der Eisschilde auf Grönland und der Antarktis. Auf Grönland tauten im Jahr 2005 220 km³ Eis - noch 1996 waren es “nur” 90 km². Der Massenverlust beträgt seit 2003, seit er mit Satelliten gemessen wird, durchschnittlich 179 Milliarden Tonnen pro Jahr (siehe folgende Abbildung).
 Massenverlust des grönländischen Eisschildes. Die Veränderung wird seit 2003 über Satelliten mittels Messung der Veränderung der Schwerkraft gemessen. Der graue Bereich gibt die Unsicherheit an (90-%-Bereich der gemittelten grauen Linie). Quelle der Abbildung: Synthesis Report Climate Change: Global Risks, Challenges & Decisions. Copenhagen 2009, 10-12 March, eigene Übersetzung.
In der Antarktis brach im Jahr 2002 ein Stück des Larsen-B-Eisschelfs ab; dies ist beunruhigend, da die schwimmenden Eisschelfe offenbar das Kontinental-Eis stabilisieren: Ohne Schelf rutscht dieses ins Meer, und taut dort durch das (relativ) warme Wasser. Dies ist zur Zeit am West-Antarktische Eisschild zu beobachten. Die riesigen in den Eisschilden gebundenen Wassermengen tragen zum Ansteigen des Meeresspiegels bei (siehe unten); alleine der gemessene Massenverlust des grönländischen Eisschildes reicht aus, den Meeresspiegel um 0,5 Zentimeter pro Jahrzehnt ansteigen zu lassen.
Rund um die arktischen Eisgebiete tauen zudem die Permafrostböden (jene Böden, die seit der letzten Eiszeit rund um das Jahr gefroren blieben). Dies bewirkt bereits gewaltige Kosten, da Bauwerke in der Regel im Eis gegründet sind und neu verankert werden müssen. Folgenreicher könnte jedoch sein, dass in den tauenden arktischen Torfmooren riesige Kohlenstoffmengen gebunden sind, die nach dem Auftauen freigesetzt werden, infolge der hohen Feuchtigkeit als Methan. Bisher können die Mengen nur geschätzt werden, aber möglicherweise liegen sie bei 50 Millionen Tonnen im Jahr - dies entspräche etwa einer Milliarde Tonnen Kohlendioxid (>> mehr zur Umrechnung); die Methanfreisetzung ist eine weitere der gefürchteten positiven Rückkoppelungen im Klimasystem.
Ansteigender Meeresspiegel
Durch die Erwärmung der Luft erwärmen sich auch die Ozeane (siehe >> hier), wenn auch aufgrund der thermischen Trägheit von Wasser wesentlich langsamer. Am schnellsten erwärmt sich die Oberfläche: seit 1860 im Durchschnitt um 0,6 Grad Celsius, jedoch mit großen regionalen Schwankungen, Teile des Polarmeeres haben sich um mehr als 3 Grad Celsius erwärmt. Tiefere Wasserschichten werden erst ganz allmählich erwärmt.
Die Erwärmung des Ozeans hat Folgen: Wasser dehnt sich aus, wenn es wärmer wird. Dazu kommt Wasser aus schmelzendem Kontinental-Eis (siehe oben), und beides zusammen hat dafür gesorgt, dass der Meeresspiegel seit 1880 ist der Meeresspiegel um 20 Zentimeter gestiegen ist. Derzeit steigt er um 3,1 Zentimeter pro Jahrzehnt - und eine weitere Steigerung der Geschwindigkeit ist absehbar (siehe: “Womit wir in Zukunft rechnen müssen”).
 Änderung des Meeresspiegel seit 1870 aus drei verschiedenen Studien (rot, blau und schwarz). Ältere Angaben auf der Basis von Pegelmessungen, neueste Werte (schwarz) auf der Basis von Satellitenmessungen. Die Balken stellen die Unsicherheit (Standardabweichung) dar. Abb. aus IPCC-Report 2007, Arbeitsgruppe 1, Seite 410, eigene Übersetzung.
Die Meere werden sauer
Die Meere nehmen einen Teil des vom Menschen produzierten Kohlendioxids auf (>> hier), und dieses bildet im Wasser Kohlensäure. Gegenüber dem vorindustriellen Niveau ist der pH-Wert bereits um 0,11 Einheiten gesunken - was eine Erhöhung der Säurekonzentration um 30 Prozent entspricht. Diese Versauerung gefährdet das Wachstum kalkbildender Organismen wie Korallen, Muscheln und Schnecken und schädigt damit ohnehin gefährdete Ökosysteme wie die Korallenriffe (>> unten).
Zunehmende Wetterextreme
Ebenfalls ins Bild des Klimawandels passen die zunehmenden Wetterextreme: Die Erwärmung der Erde erfolgt nicht gleichmäßig, und sie verändert die Niederschlagsmuster. Sie verstärkt Trockenheiten und Niederschläge: Auf die Rekordniederschläge in den Alpen und die “Jahrhundertflut” der Elbe 2002 folgte der Hitzesommer 2003; und die Rekordwerte in den Alpen wurden bereits 2005 und die der “Jahrhundertflut” der Elbe 2006 übertroffen. Haben diese Extreme etwas mit dem Klimawandel zu tun? Bei einem einzelnen Ereignis ist die Antwort unmöglich, aber in der Häufung geschieht genau das, wovor die Klimaforscher immer gewarnt haben ...
Und das nicht nur vor unserer Haustür, sondern auch anderswo: Trockenheiten in den Waldgebieten dieser Erde führten in den vergangenen Jahren zu zunehmenden Waldbränden; betroffen waren nicht nur Mittelmeerländer wie Spanien und Portugal, sondern auch kühl-feuchte Wälder in Alaska oder gar tropische Regenwälder in Indonesien.
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