Das Zeitalter der Industrie

Anmerkungen

Der Klimawandel

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001: Globale Temperaturdaten stammen im wesentlichen aus drei Quellen, die Messdaten aus der ganzen Welt sammeln: der amerikanischen NASA mit dem Goddard Institute for Space Studies (GISS; die Daten zur Analyse der Oberflächentemperatur werden oft auch als GISTEMP-Daten bezeichnet), der US-Wetter- und Ozeanographiebehörde NOAA sowie aus der Zusammenarbeit des britischen Wetteramtes mit dem Klimaforschungsinstitut der Universität East Anglia (Climate Research Unit - CRU). Die Abbildung beruht auf den GISTEMP-Daten und stammt aus James Hansen et. al: Young peoples burden: requirements of negative CO2 emissions. Earth System Dynamics 8: 577-616 (2017). Eine Zusammenstellung der Daten aus den drei genannten Quellen findet sich zum Beispiel im UN-Klimareport.

Die Ermittlung des gleitenden Mittelwerts ist eine statistische Methode, um Datenreihen zu glätten: Das Klima ist ja das durchschnittliche Wetter (siehe Stichwort: Klima) einer Region oder der Erde; und daher müssen jährliche Wetterschwankungen (wie die Jahresdurchschnittswerte in der Abbildung zeigen, schwankt die Temperatur der Erde um plus/minus 0,2 Grad Celsius um einen Mittelwert) geglättet werden. Zur Bildung des gleitenden Mittelwerts werden die gleitenden Durchschnittswerte des genannten Zeitraums genutzt, bei einem gleitenden 5-Jahres-Mittelwert wie in (a) also die Durchschnittswerte der letzten 5 Jahre. Kommt ein neuer Wert hinzu, wird der erste Wert gestrichen, so dass immer der Mittelwert aus 5 Jahren dargestellt wird.

004: "Klimaskeptiker" steht an dieser Stelle in Anführungsstrichen, da es sich in der Regel nicht um Skeptiker handelt – "Klimaskeptiker" kennen in der Regel keinen Zweifel an ihrer Position, sondern sie behaupten, dass es den Klimawandel nicht gibt – oder falls es ihn doch gibt, dass er jedenfalls vom Menschen verursacht wird. Dahinter stehen mitunter Interessen: 1989, ein Jahr, nachdem der UN-Klimarat IPCC gegründet wurde, gründeten amerikanische Öl- und Automobilkonzerne, darunter Exxon, Shell, BP, Texaco, Ford, General Motors und Chrysler die Global Climate Coalition (GCC), die getarnt als Umweltorganisation Zweifel an den Erkenntnissen der Klimaforschung sähen sollte. Dazu kam, dass nach dem Ende der Sowjetunion manche Republikaner in den USA Umweltschützer als neue Feinde ausmachten ("Green is the new red"), die mit Kohlendioxidabgaben den amerikanischen Reichtum in die dritte Welt umverteilen wollten, so dass konservative Medien wie Rupert Murdochs Wall Street Journal und Fox News der GCC gerne Gehör schenkten. Sie hatten Erfolg: Von 1993 bis 2003 gab es in Fachzeitschriften 928 Veröffentlichungen zum Schlagwort "globale Klimaveränderung", in keiner wurde die Erderwärmung und der Mensch als Verursacher angezweifelt – in der amerikanischen Presse und im Fernsehen aber in jedem zweiten Beitrag zum Thema. (Und 1998 beschlossen die USA, dem Kyoto-Protokoll nicht beizutreten.)

2001 wurde der GCC aufgelöst, nachdem wichtige Mitglieder wie BP, Royal Dutch Shell, Ford und DaimlerChrysler (nach der Übernahme durch Daimler-Benz) als Reaktion auf die Kritik an der Vorgehensweise des GCC ausgetreten waren. Andere Mitglieder gaben aber nicht auf: Exxon Mobil und Shell gaben alleine 2015 mehr als hundert Millionen Dollar für Lobbyarbeit gegen Klimagesetzgebung aus. Auch Russland, dessen Export zu zwei Dritteln aus fossilen Energieträgern besteht, soll mittlerweile amerikanische und europäische "Klimaskeptiker" unterstützen (DIE ZEIT 51/2017: "Der Krieg gegen die Wahrheit"). Natürlich sind nicht alle "Klimaskeptiker" bezahlte Interessenvertreter, viele wollen auch aus politischen Gründen nicht an den Klimawandel glauben oder verdrängen anderslautende Informationen, weil es angenehmer wäre, wenn der Mensch nicht für den Klimawandel verantwortlich wäre. Aber ihre wissenschaftlichen Argumente stammen zumeist aus Quellen wie der GCC oder ihren Nachfolgern.

Weitere Informationen:
Naomi Oreskes und Erik M. Conway: Die Macchivellis der Wissenschaft: Das Netzwerk des Leugnens. Wiley-VCH-Verlag 2014 (nur noch antiquarisch erhältlich; engl. Originalausgabe: Merchants of Doubt). Oreskes und Conway stellen das Thema in einen weiteren Zusammenhang und zeigen, dass auch bei anderen Themen (beginnend mit der Schädlichkeit von Zigaretten) ähnlich gearbeitet wurde.
Union of Concerned Scientists: The Climate Deception Dossiers. 2015.

(Auf diese Anmerkung wird auch von der Seite Klimageschichte verlinkt.)

006: Der Strahlungsantrieb des Ausbruchs des Pinatubo im Jahr 1991 betrug etwa -4 Watt/m², das heißt, er reduzierte die Sonneneinstrahlung um fast zwei Prozent (was die Temperatur der Erde veränderte, siehe Abbildung auf der Seite Klimawandel ganz oben). Verantwortlich dafür war Schwefeldioxid, dass in der Stratosphäre zu Schwefelsäure reagierte, die Sonnenlicht reflektierte. Der Effekt hielt aber nur kurz an: bereits nach drei Jahren war die Schwefelsäure weitgehend aus der Atmosphäre ausgewaschen. So kurzlebig sind die Treibhausgase leider nicht: Heute freigesetztes Kohlendioxid zum Beispiel wird noch in 1.000 Jahren zur Hälfte in der Atmosphäre vorhanden sein (Treibhausgase).

008: "Entgegen den Prognosen ist die Erderwärmung seit über zehn Jahren zum Stillstand gekommen." http://www.kaltesonne.de/?p=287, eingesehen 27.11.2012.

010: Einige weitere beliebte "Tricks", die Erderwärmung herunterzuspielen, zeigt der Klimaforscher Stefan Rahmstorf im Blog KlimaLounge: Die populärste Trickgrafik der Klimaskeptiker.

020: Siehe James Hansen et al. 2011: Earth’s energy imbalance and implications, Atmos. Chem. Phys., 11, 13421–13449; Matthew Collins et al. 2013: Long-term climate change: Projections, commitments and irreversibility, in In: Climate Change 2013: The Physical Science Basis. Contribution of Working Group I to the Fifth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change (Klimareport 2013: Wissenschaftliche Grundlagen).

040: Siehe z.B. Hasselmann: On the signal-to-noise problem in atmospheric response studies, in Shaw, D.B. (Hrsg.): Meteorology of Tropical Oceans, S. 251-259 (1979) – einer der ersten Beiträge, der sich mit der Frage beschäftigte, wie aus dem "Rauschen" des Klimasystems Muster herausfiltern lassen, mit denen man den Verursachern auf die Spur kommt.

048: James Hansen et. al: Young peoples burden: requirements of negative CO2 emissions. Earth System Dynamics 8: 577-616 (2017).

Treibhausgase

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050: Die Angaben für die Kohlendioxid-Emissionen 2011 und die durchschnittliche Aufnahme von Kohlendioxid durch Kohlenstoffsenken im Zeitraum 2002 bis 2011 stammen vom Global Carbon Project, Carbon Budget 2012 (http://www.globalcarbonproject.org/ carbonbudget/12/hl-full.htm).

051: Im Zeitraum 2000 - 2005 (der in der Abbildung dargestellt ist) betrugen die Werte laut >> IPCC-Klimareport 2007, Arbeitsgruppe 1 “Wissenschaftliche Grundlagen" für energiebedingte Emissionen gut 26 Milliarden Tonnen Kohlendioxid pro Jahr und für das Abbrennen von Wäldern 6 Milliarden Tonnen; die Aufnahme in den Weltmeeren betrug 8 Milliarden Tonnen und die Wälder nahmen netto 3,3 Milliarden Tonnen auf.

060: Shindell, D.T. et al.: Improved attribution of climate forcing to emissions. Science 326: 716-718.

061: Synthesis Report Climate Change: Global Risks, Challenges & Decisions. Copenhagen 2009, 10-12 March, page 10.

080: Hauglustaine, D.A., and G.P. Brasseur (2001): Evolution of Tropospheric Ozone under Anthropogenic Activities and Associated Radiative Forcing of Climate, Journal of Geophysical Research 106, 32337-32360

Kohlenstoffkreislauf & Klimawandel

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190: Abbildungsquelle: Canadell, Joseph G. und andere: Contributions to accelerating atmospheric CO2 growth from economic activity, carbon intensity, and efficiency of natural sinks (www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.0702737104)

Die Folgen des Klimawandels

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200: E. Rignot et al., 2011: Acceleration of the contribution of the Greenland and Antarctic ice sheets to sea level rise. Geophysical Research Letters 38, doi:10.1029/2011GL046583, siehe auch >> hier.

204: 155 Milliarden Tonnen Kohlenstoff entsprechen 568 Milliarden Tonnen Kohlendioxid (1 Tonne Kohlenstoff entspricht 3,667 Tonnen Kohlendioxid).

206: Kohlendioxid (CO2) und Wasser (H2O) bilden Kohlensäure (H2CO3); Kohlensäure zerfällt in Bicarbonat (HCO3-) und ein Wasserstoffion (H+). Wasserstoffionen (H+) reagieren mit Carbonat (CO32-) zu Bicarbonat (HCO3-).

207: Die chemische Formel von Kalk (Calciumcarbonat) ist CaCO3, dieses entsteht aus Calzium (Ca2+) und Carbonat-Ionen (CO32-).

208: C. Maier et al. 2011: Calcification rates and the effect of ocean acidification on Mediterranean cold-water corals. Proc. Royal Society B, doi: 10.1098/rspb.2011.1763 (>> download).

210: De'ath, G. et al. 2009: Declining coral calcification on the Great Barrier Reef. Science 323, Seite 116-119. doi: 10.1126/science.1165283.

220: "Gesunde Korallenriffe sind Wellenbrecher, die sich selbst reparieren. Sie schützen die Küste besser als jede Betonwand, die wir auftürmen können ..." (Callum Roberts: Der Mensch und das Meer. dva 2013, Seite 145).

260: Chris D. Thomas et al. 2004: Extinction risk from climate change. Nature 427, S. 145-148.

360: Siehe hierzu auch: The Independant 13.12.2011: >> Vast methane 'plums' seen in Arctic ocean as sea ice retreats.

 

Der 5. UN-Klimareport

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Die Seite zum ersten Teil wurde zuerst auf Grundlage der "Summary for Policymakers" des am 30.09.2013 veröffentlichten Entwurfs, ergänzt um einzelne Details aus dem Hauptbericht, erstellt und im Februar 2014 anhand der am 30.01.2014 veröffentlichten Endfassung überarbeitet. Die Seite zum >> zweiten Teil wurde im April 2014 weitgehend auf Grundlage der "Summary for Policymakers" erstellt, die zum dritten Teil im Juli 2014 ebenso.

IPCC, 2013: Climate Change 2013: The Physical Science Basis. Contribution of Working Group I to the Fifth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change [Stocker, T.F., D. Qin, G.-K. Plattner, M. Tignor, S.K. Allen, J. Boschung, A. Nauels, Y. Xia, V. Bex and P.M. Midgley (eds.)]. Cambridge University Press, Cambridge, United Kingdom and New York, NY, USA, 1535 S. (englischsprachig).

Offizielle Übersetzungen der Berichte gibt es in die sechs UN-Sprachen (neben Englisch also Arabisch, Chinesisch, Französisch, Russisch und Spanisch). Eine inoffizielle >> deutsche Übersetzung (pdf, 9,5 MB) der Zusammenfassung für Entscheidungsträger wurde von der schweizerischen ProClim, der deutschen IPCC-Koordinierungsstelle und dem österreichischen Umweltbundesamt angefertigt.

IPCC, 2014: Climate Change 2014: Impacts, Adaptation, and Vulnerability. Sowohl die "Summary for Policymakers" als auch der Entwurf des Gesamtberichts sind auf der Webseite der Arbeitsgruppe II des IPCC kostenfrei herunterzuladen: http://www.ipcc-wg2.gov/AR5/ (englischsprachig).

IPCC, 2104: Climate Change 2014: Mitigation of Climate Change. Sowohl die "Summary for Policymakers" als auch der Entwurf des Gesamtberichts sind auf der Webseite der Arbeitsgruppe III des IPCC kostenfrei herunterzuladen: http://mitigation2014.org/ report (englischsprachig).

 

Politik gegen den Klimawandel

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400: Warnungen vor den Folgen einer Erderwärmung gibt es seit 1965, als Berater des US-Präsidenten Lyndon B. Johnson vor einem Klimawandel warnten. In das Bewusstsein der Öffentlichkeit (und damit der Politik) gelangte der Klimawandel erstmals Ende der 1970er Jahre, als die National Academy of Sciences der USA vor einer globalen Erwärmung warnte und die Weltmeteorologieorganisation (World Meteorological Organization, abgekürut WMO) die erste Weltklimakonferenz veranstaltete. In Deutschland warnten 1987 die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) und die Deutsche Meteorologische Gesellschaft (DMG) gemeinsam vor dem Klimawandel; eine Denkschrift mit Folgen: Im selben Jahr richtete die Bundesregierung einen wissenschaftlichen Klimabeirat ein und der Bundestag eine Enquête-Kommission “Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre”. Im Jahr 1988, dem bis dahin wärmsten Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen, riefen die Vereinten Nationen und die WMO gemeinsam den UN-Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, abgekürzt IPCC), der regelmäßig in einem “UN-Klimareport” den wissenschaftlichen Kenntnisstand zusammenfasst (mehr zum IPCC und zum Klimareport >> hier).

Die Enquête-Kommission des deutschen Bundestags legte 1990 einen Bericht vor, in dem sie zeigte, dass die Kohlendioxid-Emissionen in Deutschland gegenüber dem Basisjahr 1987 bis zum Jahr 2005 vor allem durch Effizienzsteigerungen um 30 Prozent reduziert werden können und erneuerbare Energien bis 2020 einen Anteil von 18 Prozent erreichen könnten. Wenn es Sinn machen würde, verpassten Chancen nachzuweinen...: Die Chance für Effizienzsteigerungen wurde seinerzeit nicht genutzt, mit ihnen wären die deutschen Kohlendioxid-Emissionen auf 500 Millionen Tonnen im Jahr 2005 gesunken - tatsächlich waren es 865 Millionen Tonnen. Immerhin wurde 1990 das Einspeisegesetz für erneuerbare Energieträger beschlossen, und sein Nachfolger, das Erneuerbare Energien Gesetz, lassen heute für 2020 einen Anteil an erneuerbaren Energien von 25 bis 30 Prozent erwarten.

401: Nach im Mai 2010 vom SPIEGEL veröffentlichten Ausschnitten aus Tonaufzeichnungen vom entscheidenden Treffen der Staatschefs lag dies zum einen am Widerstand Chinas, die eine langfristige Reduzierung der Treibhausgase um 50 Prozent, den der auf dem Tisch liegende Vorschlag vorsah, auf keinen Fall zustimmen wollten. Aber auch der amerikanische Präsident Barack Obama, dem eine rechtlich bindende Vereinbarung “zu Hause im Kongress um die Ohren gehauen” worden wäre, so der Spiegel, war nicht erkennbar am Zustandekommen einer Vereinbarung interessiert. DER SPIEGEL: “Obama und die Chinesen sitzen in Wahrheit in einem Boot”.

402: Igor Shishlov, Romain Morel und Valentin Bellassen: Compliance of the Parties to the Kyoto Protocol in the first commitment period. In: Climate Policy. Band 16, Nr. 6, Oktober 2016, zitiert nach wikipedia: Kyoto-Protokoll.

403: European Environment Agency Report 10/2013 (pdf, 7,2 MB)

404: European Environment Agency Technical report No 14/2013 - Approximated EU GHG inventory: Proxy GHG estimates for 2012.

405: International Energy Agency Statistics: CO2 Emissions From Fuel Combustion Overview. 2017 edition.

406: Copenhagen Accord Appendix I - Quantified economy-wide emissions targets for 2020. Beispiele für Selbstverpflichtungen:

Australien: Australien ist noch vor den USA der größte Pro-Kopf-Emittent; das Land hat sich verpflichtet, seine Emissionen bis 2020 gegenüber dem Jahr 2000 um 5 Prozent zu senken. Wenn es zu einem internationalen Klimaschutzabkommen kommt, senkt es seine Emissionen bis 2020 um 15 Prozent; wenn das Abkommen geeignet ist, die Konzentration der Treibhausgase auf 450 ppm Kohlendioxid-Äquivalent zu begrenzen, um 25 Prozent.

EU: Die 28 Mitgliedsstaaten der EU haben sich gemeinsam verpflichtet, die europäischen Kohlendioxid-Emissionen bis 2020 gegenüber 1990 um 20 Prozent zu verringern; im Falle eines globalen Klimaschutzabkommens um 30 Prozent. (Deutschland: Die Bundesregierung hatte sich bereits nach der Zielsetzung im Europäischen Rat verpflichtet, die Kohlendioxid-Emissionen in Deutschland im Fall eines globalen Klimaschutzabkommens bis 2020 um 40 Prozent zu senken und im Dezember ein Maßnahmenprogramm zu seiner Umsetzung beschlossen, siehe Bundesumweltministerium >> Das integrierte Energie- und Klimaprogramm der Bundesregierung.)

USA: Die USA wollen ihre Emissionen bis 2020 in Bezug auf 2005 um 17 Prozent senken (und bis 2030 um 42 Prozent). Das entsprechende Gesetz (Waxman-Markey bill) wurde allerdings im Senat gar nicht erst zur Abstimmung gestellt (siehe auch >> oben). (Das amerikanische Angebot entspricht gegenüber 1990 einer Reduktion um etwa 5 Prozent – und wird von den Europäern als unzureichend bezeichnet. Andererseits sind Amerikas Emissionen bis 2005 gestiegen – das Ziel von 2005 bis 2020 ist ambitionierter als das europäische, und angesichts des Bevölkerungswachstums in den USA gilt dies noch mehr.)

Russland: Russland hat sich zu einer Verringerung seiner Emissionen um 15 bis 25 Prozent gegenüber 1990 verpflichtet; das Ausmaß hängt von der Anerkennung von Kohlenstoffsenken (Forstwirtschaft) und einem verbindlichen Klimaschutzabkommen ab. (Die russischen Emissionen sind seit 1990 vor allem aufgrund des Wirtschaftszusammenbruchs nach dem Ende der Sowjetunion zurückgegangen.)

Japan: Die japanische Regierung hat sich verpflichtet, ihre Emissionen gegenüber 1990 um 25 Prozent zu senken. Wie, ist bisher noch nicht beschlossen. (In der Folge des Atomunfalls von >> Fukushima ist die japanische Regierung allerdings von diesem Ziel abgerückt, jetzt sollen die Emissionen um 3,8 Prozent gegenüber 2005 sinken [408].)

Weitere Maßnahmen:

Nicht-Annex-I-Staaten mussten auch bei Anerkennung des Copenhagen Accords keine Selbstverpflichtung eingehen, konnten aber geplante Aktivitäten registrieren lassen – was zahlreiche Entwicklungs- und Schwellenländer (407) schon deshalb getan haben, um den Genuss der versprochenen Finanzhilfen kommen zu können. Besonders wichtig war die Ankündigung Chinas, das als weltgrößter Emittent von Kohlendioxid eine besonders wichtige Rolle spielt. Eine Auswahl der wichtigsten Aktiviäten:

China: China hat angekündigt, seine Emissionen an Treibhausgasen pro Einheit Bruttoinlandsprodukt (BIP) bis 2020 um 40 bis 45 Prozent gegenüber 2005 zu senken. Da im schnell wachsenden China gleichzeitig die Wirtschaftsleistung kräftig ansteigen dürfte, wird die absolute Emissionsmenge voraussichtlich steigen. (Die USA haben denn auch Chinas Angebot als unzureichend kritisiert, es entspreche in etwa dem, was ohnehin durch die bereits eingeleitet Politik erreicht werde. Der Economist schrieb dazu (5.12.2009), dass dies zwar stimme, aber China im Gegensatz zu den USA eben bereits Maßnahmen eingeleitet habe.)

Indien: Indien hat einen niedrigen Pro-Kopf-Ausstoß an Treibhausgasen, ist aufgrund seiner Bevölkerungszahl dennoch einer der großen Treibhausgasproduzenten. Indien will freiwillig die seine Emissionen an Treibhausgasen pro Einheit Bruttoinlandsprodukt (BIP) bis 2020 um 20 bis 25 Prozent gegenüber 2005 senken.

Brasilien: Brasilien hat sich freiwillig zu einem Bündel an Klimaschutzmaßnahmen verpflichtet: So soll unter anderem die Abholzung der Amazonas-Regenwälder und der Wälder im Cerrado gebremst und Weideland wieder renaturiert werden. Die Maßnahmen entsprechen nach Angaben der brasilianischen Regierung einem Rückgang der Emissionen von 36 bis 39 Prozent bis 2020.

407: Copenhagen Accord Appendix II - Nationally appropriate mitigation actions of developing country Parties

408: spiegel online 15.11.2013 - Nach Fukushima: Japan dampft Klimaschutz ein

409: UNEP: The Emissions Gap Report 2017 (pdf, 7,3 MB). United Nations Environment Programme (UNEP), Nairobi November 2017.

 

Strategien gegen den Klimawandel

zur Seite Kohlenstoffspeicherung und Geoengineering

700: Zahlen zu den Auswirkungen verschiedener Methoden das Geoengineering finden sich in Lenton, T.M und Vaughan, N.E., 2009: The radiative forcing potential of different climate geoengineering options. Atmos. Chem. Phys. 9, p. 5539-5561 (Kurzfassung, mit link zum >> download (pdf, 691 kB), englischsprachig).

siehe auch: Stephen Battersby, 2012: Cool bleiben. New Scientist (deutsche Ausgabe) 46, S. 26-33.

© Jürgen Paeger 2006–2018