Das Zeitalter der Industrie

Anmerkungen

Der Klimawandel

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001: Was die "Klimaskeptiker" bei ihren Behauptungen, die Erde erwärme sich gar nicht, ausnutzen, sind die natürlichen Schwankungen der Erdtemperatur: Aufgrund verschiedener Faktoren - etwa Vulkanausbrüche, Schwankungen der Sonnenaktivität und der "Southern Oscillation" (mit der als >> El Niño und "La Niña" bekannte Änderungen von Meeresströmungen im Pazifik einhergehen) - schwankt die Temperatur der Erde um plus/minus 0,2 Grad Celsius um einen Mittelwert. Mit dem Klima haben solche kurzfristigen Schwankungen nichts zu tun - >> Klima ist ein über längere Zeiträume ermittelter Durchschnittswert. Wenn man also ein besonders warmes Einzeljahr nimmt (gerne wird das Jahr 1998 genommen, aufgrund eines "El Niño" das bisher drittwärmste Jahr seit Beginn der Temperaturmessung), und auf dieser Basis behauptet, dass die Erdtemperatur seit über 10 Jahren nicht mehr steigt (wie dies beispielsweise die "Welt" oder Fritz Vahrenholt, siehe Anm. 003, gerne tun), hat der Autor entweder keine Ahnung oder ist unredlich.

Einige weitere beliebte Tricks, die Erderwärmung herunterzuspielen, zeigt der Klimaforscher Stefan Rahmstorf im Blog KlimaLounge: >> Die populärste Trickgrafik der Klimaskeptiker.

002: Der Strahlungsantrieb des Ausbruchs des Pinatubo im Jahr 1991 betrug etwa -4 Watt/m², das heißt, er reduzierte die Sonneneinstrahlung um fast zwei Prozent (was die Temperatur der Erde veränderte, siehe Abbildung oben). Verantwortlich dafür war Schwefeldioxid, dass in der Stratosphäre zu Schwefelsäure reagierte, die Sonnenlicht reflektierte. Der Effekt hielt aber nur kurz an: bereits nach zwei Jahren war die Schwefelsäure weitgehend aus der Atmosphäre ausgewaschen. So kurzlebig sind die Treibhausgase leider nicht: Heute freigesetztes Kohlendioxid zum Beispiel wird noch in 1.000 Jahren zur Hälfte in der Atmosphäre vorhanden sein (>> Treibhausgase).

003: "Entgegen den Prognosen ist die Erderwärmung seit über zehn Jahren zum Stillstand gekommen." http://www.kaltesonne.de/?p=287, eingesehen 27.11.2012.

010: Siehe z.B. Hasselmann: On the signal-to-noise problem in atmospheric response studies, in Shaw, D.B. (Hrsg.): Meteorology of Tropical Oceans, S. 251-259 (1979) – einer der ersten Beiträge, der sich mit der Frage beschäftigte, wie aus dem "Rauschen" des Klimasystems Muster herausfiltern lassen, mit denen man den Verursachern auf die Spur kommt.

Treibhausgase

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050: Die Angaben für die Kohlendioxid-Emissionen 2011 und die durchschnittliche Aufnahme von Kohlendioxid durch Kohlenstoffsenken im Zeitraum 2002 bis 2011 stammen vom Global Carbon Project, Carbon Budget 2012 (http://www.globalcarbonproject.org/ carbonbudget/12/hl-full.htm).

051: Im Zeitraum 2000 - 2005 (der in der Abbildung dargestellt ist) betrugen die Werte laut >> IPCC-Klimareport 2007, Arbeitsgruppe 1 “Wissenschaftliche Grundlagen" für energiebedingte Emissionen gut 26 Milliarden Tonnen Kohlendioxid pro Jahr und für das Abbrennen von Wäldern 6 Milliarden Tonnen; die Aufnahme in den Weltmeeren betrug 8 Milliarden Tonnen und die Wälder nahmen netto 3,3 Milliarden Tonnen auf.

060: Shindell, D.T. et al.: Improved attribution of climate forcing to emissions. Science 326: 716-718.

061: Synthesis Report Climate Change: Global Risks, Challenges & Decisions. Copenhagen 2009, 10-12 March, page 10.

080: Hauglustaine, D.A., and G.P. Brasseur (2001): Evolution of Tropospheric Ozone under Anthropogenic Activities and Associated Radiative Forcing of Climate, Journal of Geophysical Research 106, 32337-32360

Kohlenstoffkreislauf & Klimawandel

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190: Abbildungsquelle: Canadell, Joseph G. und andere: Contributions to accelerating atmospheric CO2 growth from economic activity, carbon intensity, and efficiency of natural sinks (www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.0702737104)

Die Folgen des Klimawandels

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200: E. Rignot et al., 2011: Acceleration of the contribution of the Greenland and Antarctic ice sheets to sea level rise. Geophysical Research Letters 38, doi:10.1029/2011GL046583, siehe auch >> hier.

204: 155 Milliarden Tonnen Kohlenstoff entsprechen 568 Milliarden Tonnen Kohlendioxid (1 Tonne Kohlenstoff entspricht 3,667 Tonnen Kohlendioxid).

206: Kohlendioxid (CO2) und Wasser (H2O) bilden Kohlensäure (H2CO3); Kohlensäure zerfällt in Bicarbonat (HCO3-) und ein Wasserstoffion (H+). Wasserstoffionen (H+) reagieren mit Carbonat (CO32-) zu Bicarbonat (HCO3-).

207: Die chemische Formel von Kalk (Calciumcarbonat) ist CaCO3, dieses entsteht aus Calzium (Ca2+) und Carbonat-Ionen (CO32-).

208: C. Maier et al. 2011: Calcification rates and the effect of ocean acidification on Mediterranean cold-water corals. Proc. Royal Society B, doi: 10.1098/rspb.2011.1763 (>> download).

210: De'ath, G. et al. 2009: Declining coral calcification on the Great Barrier Reef. Science 323, Seite 116-119. doi: 10.1126/science.1165283.

220: "Gesunde Korallenriffe sind Wellenbrecher, die sich selbst reparieren. Sie schützen die Küste besser als jede Betonwand, die wir auftürmen können ..." (Callum Roberts: Der Mensch und das Meer. dva 2013, Seite 145).

260: Chris D. Thomas et al. 2004: Extinction risk from climate change. Nature 427, S. 145-148.

360: Siehe hierzu auch: The Independant 13.12.2011: >> Vast methane 'plums' seen in Arctic ocean as sea ice retreats.

Politik gegen den Klimawandel

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400: Warnungen vor den Folgen einer Erderwärmung gibt es seit 1965, als Berater des US-Präsidenten Lyndon B. Johnson vor einem Klimawandel warnten. In das Bewusstsein der Öffentlichkeit (und damit der Politik) gelangte der Klimawandel erstmals Ende der 1970er Jahre, als die National Academy of Sciences der USA vor einer globalen Erwärmung warnte und die Weltmeteorologieorganisation (World Meteorological Organization, abgekürut WMO) die erste Weltklimakonferenz veranstaltete. In Deutschland warnten 1987 die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) und die Deutsche Meteorologische Gesellschaft (DMG) gemeinsam vor dem Klimawandel; eine Denkschrift mit Folgen: Im selben Jahr richtete die Bundesregierung einen wissenschaftlichen Klimabeirat ein und der Bundestag eine Enquête-Kommission “Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre”. Im Jahr 1988, dem bis dahin wärmsten Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen, riefen die Vereinten Nationen und die WMO gemeinsam den UN-Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, abgekürzt IPCC), der regelmäßig in einem “UN-Klimareport” den wissenschaftlichen Kenntnisstand zusammenfasst (mehr zum IPCC und zum Klimareport >> hier).

Die Enquête-Kommission des deutschen Bundestags legte 1990 einen Bericht vor, in dem sie zeigte, dass die Kohlendioxid-Emissionen in Deutschland gegenüber dem Basisjahr 1987 bis zum Jahr 2005 vor allem durch Effizienzsteigerungen um 30 Prozent reduziert werden können und erneuerbare Energien bis 2020 einen Anteil von 18 Prozent erreichen könnten. Wenn es Sinn machen würde, verpassten Chancen nachzuweinen...: Die Chance für Effizienzsteigerungen wurde seinerzeit nicht genutzt, mit ihnen wären die deutschen Kohlendioxid-Emissionen auf 500 Millionen Tonnen im Jahr 2005 gesunken - tatsächlich waren es 865 Millionen Tonnen. Immerhin wurde 1990 das Einspeisegesetz für erneuerbare Energieträger beschlossen, und sein Nachfolger, das Erneuerbare Energien Gesetz, lassen heute für 2020 einen Anteil an erneuerbaren Energien von 25 bis 30 Prozent erwarten.

401: Nach im Mai 2010 vom SPIEGEL veröffentlichten Ausschnitten aus Tonaufzeichnungen vom entscheidenden Treffen der Staatschefs lag dies zum einen am Widerstand Chinas, die eine langfristige Reduzierung der Treibhausgase um 50 Prozent, den der auf dem Tisch liegende Vorschlag vorsah, auf keinen Fall zustimmen wollten. Aber auch der amerikanische Präsident Barack Obama, dem eine rechtlich bindende Vereinbarung “zu Hause im Kongress um die Ohren gehauen” worden wäre, so der Spiegel, war nicht erkennbar am Zustandekommen einer Vereinbarung interessiert. DER SPIEGEL: “Obama und die Chinesen sitzen in Wahrheit in einem Boot”.

402: UNFCCC/SBI/2013/19 National greenhouse gas inventory data for the period 1990–2011 (24. Oktober 2013, englischsprachig).

403: European Environment Agency Report 10/2013 (pdf, 7,2 MB)

404: European Environment Agency Technical report No 14/2013 - Approximated EU GHG inventory: Proxy GHG estimates for 2012.

405: IEA Statistics CO2 Emissions From Fuel Combustion Highlights. 2013 edition.

406: Copenhagen Accord Appendix I - Quantified economy-wide emissions targets for 2020

407: Copenhagen Accord Appendix II - Nationally appropriate mitigation actions of developing country Parties

408: spiegel online 15.11.2013 - Nach Fukushima: Japan dampft Klimaschutz ein

409: UNEP: The Emissions Gap Report 2012 (pdf, 7,3 MB). United Nations Environment Programme (UNEP), Nairobi November 2012

Strategien gegen den Klimawandel

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700: Zahlen zu den Auswirkungen verschiedener Methoden das Geoengineering finden sich in Lenton, T.M und Vaughan, N.E., 2009: The radiative forcing potential of different climate geoengineering options. Atmos. Chem. Phys. 9, p. 5539-5561 (Kurzfassung, mit link zum >> download (pdf, 691 kB), englischsprachig).

siehe auch: Stephen Battersby, 2012: Cool bleiben. New Scientist (deutsche Ausgabe) 46, S. 26-33.

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