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Konzentration der beiden wichtigsten Treibhausgase Kohlendioxid und Methan in der Erdatmosphäre in den letzten 10.000 Jahren bzw. im Detail seit 1750 (graue Kästen). Rechts ist die entsprechende Auswirkung auf den Strahlungshaushalt der Erde angegeben. Quelle: Climate Change 2007: The Physical Science Basis. Summary for Policymakers, eigene Übersetzung.
Wie das Klima auf die Treibhausgase reagiert: Eine Verdoppelung der vorindustriellen Konzentration von Kohlendioxid hätte nach den besten vorliegenden Daten eine Erwärmung um 3 °C zur Folge; wobei die wahrscheinliche Spanne 2 bis 4,5 °C beträgt und wesentlich höhere Werte nicht ausgeschlossen werden können. Die relativ große Spanne liegt vor allem daran, dass die Auswirkungen von Wolken auf den Strahlungshaushalt der Erde unsicher sind.
Zukünftige Erderwärmung
Welche weitere Erwärmung in Zukunft auf uns zukommt, hängt neben den Annahmen über die Temperaturerhöhung bei einer Kohlendioxid-Verdoppelung von den Annahmen über künftige Emissionen an Treibhausgasen und - davon abhängig - ihre künftige Konzentration in der Atmosphäre ab. Aber selbst wenn die Konzentration ab sofort gleich bliebe, würde die Temperatur weiter ansteigen - um 0,1 °C pro Jahrzehnt für die nächsten beiden Jahrzehnte, und danach langsamer (siehe Abb. unten, orange Linie). Dieser Anstieg liegt vor allem an der langsamen Reaktion der Ozeane auf die Treibhausgase. Gleichbleibende oder ansteigende Emissionen und der damit einhergehende Anstieg an Treibhausgasen in der Atmosphäre führen zu stärkeren Temperaturerhöhungen, für die meisten Szenarien liegen diese in den nächsten beiden Jahrzehnten 0,2 °C pro Jahrzehnt.
Danach unterscheiden sich die Emissionen je nach Emissionszenario gewaltig:
Das 21. Jahrhundert wird wärmer
Möglicher Verlauf der Erderwärmung im 21. Jahrhundert: Die farbigen Linien zeigen die Verläufe aus der Simulationen verschiedener Szenarien, die der IPCC im Jahr 2000 veröffentlicht hat (Special Report on Emission Scenarios [SRES]), der hellere Schatten die Spanne der Unsicherheiten. Die orange Linie zeigt den Verlauf bei gleichbleibenden Konzentrationen an Treibhausgasen. Die farbigen Zahlen in der Grafik stehen für die Anzahl der Simulationen, die den Kurven zugrundeliegen. Die grauen Balken rechts zeigen den Temperaturbereich für alle sechs SRES-Szenarien aus dem Jahr 2000, die Kürzel bezeichnen die jeweiligen Szenarien. Quelle: Climate Change 2007: The Physical Science Basis. Summary for Policymakers, eigene Übersetzung.
Je nach Szenario liegt die mögliche Erwärmung im 21. Jahrhundert zwischen 1,1 und 6,4 °C. Die niedrigste Temperaturerhöhung (1,1 - 2,9 °C, am wahrscheinlichsten 1,8 °C) würde eintreten, wenn durch schnellen Strukturwandel und die Einführung sauberer und effizienter Technologien der Anstieg der Treibhausgase auf etwa 600 ppm CO2e beschränkt würde (B1-Szenario, blaue Linie). Aber selbst wenn danach die Konzentration an Treibhausgasen nicht weiter ansteigen würde, würde die Temperatur wegen der Trägheit des Klimasystems im folgenden Jahrhundert um mindestens weitere 0,5 °C ansteigen. Dieses Szenario berücksichtigt allerdings keine weiteren expliziten Maßnahmen zum Klimaschutz (das heißt: bei Durchführung solcher Maßnahmen kann der Temperaturanstieg auch niedriger bleiben).
Den höchsten Temperaturanstieg (um 2,4 - 6,4 °C, am wahrscheinlichsten 4,0 °C) erwartet der IPCC, wenn bei anhaltendem Wirtschaftswachstum der Weg der Verbrennung fossiler Brennstoffe nicht verlassen wird (A1Fl-Szenario, rechter grauer Balken).
Absehbare Folgen der zukünftigen Erderwärmung
Die Folgen der Erderwärmung entsprechen in ihrem Muster den bereits heute zu beobachtenden Folgen, die Änderungen wären aber sehr wahrscheinlich größer: Die Erwärmung wird in nördlichen Breiten am stärksten sein; es wird weniger Schnee geben und das arktische und antarktische See-Eis wird zurückgehen - die Arktis könnte im Sommer eisfrei werden. Extreme Wetterlagen (Hitzewellen, Starkregen) werden zunehmen, und wahrscheinlich werden tropische Stürme (Taifune und Hurrikans) heftiger werden. Regenfälle werden in nördlichen Breiten zunehmen, in den Subtropen dagegen abnehmen. Die zum >> Globalen Förderband gehörende Meeresströmung im Atlantik wird sehr wahrscheinlich schwächer werden, ein “Umkippen” hält der IPCC im 21. Jahrhundert aber für sehr unwahrscheinlich. Allerdings sind bei Modellen weder Klima-Kohlenstoffkreislauf-Rückkoppelungen (>> mehr) noch Änderungen des Abschmelzen der Eisschilde berücksichtigt worden, da hierzu noch keine publizierte Literatur vorlag (Anmerkung: Dies bedeutet, dass die möglicherweise schlimmsten Folgen nicht untersucht worden sind).
Veränderungen der Niederschläge
 Beispiel für die zukünftige Verteilung der Niederschläge im Winter (Dez. - Feb., links) und im Sommer (Jun. bis Aug., rechts), basierend auf dem A1B-Emissionsszenario (grüner Verlauf in der Abbildung oben). Veränderungen in Prozent. Weiße Flächen bedeuten, dass weniger als zwei Drittel der Studien zum gleichen Ergebnis - Abnahme oder Zunahme - kamen; gerasterte Flächen bedeuten, dass mehr als 90 Prozent der Studien zum selben Ergebnis kamen. Quelle: Climate Change 2007: The Physical Science Basis. Summary for Policymakers.
Durch den Temperaturanstieg wird auch der Meeresspiegel ansteigen - je nach Temperaturanstieg um 18 bis 59 Zentimeter bis Ende des Jahrhunderts. Da der Anstieg der Temperatur auch bei Stabilisierung der Treibhausgase aufgrund der Trägheit des Klimasystems weitergehen würde, würde auch der Meeresspiegel weiter ansteigen - alleine durch die Wärmeausdehnung um 0,3 bis 0,8 Meter im Jahr 2300. Dazu käme der Anstieg durch abtauendes Eis aus Grönland, der mehrere Meter betragen könnte (siehe oben, >> Eine Warnung aus der Klimageschichte). Über die Dynamik des Abtauens und seine Auswirkungen gibt es noch keinen Konsens unter den Wissenschaftlern, ebenso wenig über das Ausmaß durch Rückkoppelungen aus dem Klima - Kohlenstoffkreislauf - System (z.B. Freisetzung von Kohlendioxid aus tauenden Permafrostböden, die zu einer weiteren Temperaturerhöhung führt; siehe Anmerkung oben). Klar ist dagegen, dass die Meere durch gelöstes Kohlendioxid saurer werden: der pH-Wert wird voraussichtlich um 0,14 - 0,35 sinken.
Anmerkung: Die kursiv dargestellten Angaben zur Wahrscheinlichkeit bedeuten: - sehr wahrscheinlich: Wahrscheinlichkeit größer 90 Prozent - wahrscheinlich: Wahrscheinlichkeit größer 66 Prozent - sehr unwahrscheinlich: Wahrscheinlichkeit kleiner 10 Prozent - außerst unwahrscheinlich: Wahrscheinlichkeit kleiner 5 Prozent
Zum Download der Studie: Der Bericht ist auf den Seiten des IPCC zum Herunterladen verfügbar: >> hier (englischsprachig; Zusammenfassung: Summary for Policymakers) Eine deutsche Übersetzung des Zusammenfassungen ist >> hier (unten auf der Seite unter “Translations into non-UN languages”) zu finden.
>> Webseiten des IPCC >> Hintergrundinformationen: Der IPCC und der UN-Klimareport
>> Zur Kurzfassung des Berichts der Arbeitsgruppe 2: Die Auswirkungen des Klimawandels >> Zur Kurzfassung des Berichts der Arbeitsgruppe 3: Maßnahmen gegen den Klimawandel >> Zur Zusammenfassung des Synthesebands
Weitere Informationen zum Klimawandel auf Ökosystem Erde: >> Klimawandel >> Politik gegen den Klimawandel >> Strategien gegen den Klimawandel
© Abbildungen IPCC 2007: WG1-4AR
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