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Erosion betrifft nicht nur Acker-, sondern auch Weideland. Das gesamte Weideland der Erde beträgt bis zu 46 Millionen Quadratkilometer (die Schätzungen schwanken, da die Grenze zwischen Weideland und unfruchtbarer Wüste oft nicht genau auszumachen ist), davon ist auf 10 Millionen Quadratkilometern der Boden durch Überweidung so geschädigt, dass die Produktivität eingeschränkt ist.
Für die gesamte Welt schätzte bereits 1992 ein Bericht des UN-Umweltprogramms UNEP, dass seit dem 2. Weltkrieg 17 Prozent der gesamten bewachsenen Fläche durch Erosion geschädigt wurde; heute gelten 23 Prozent der Fläche als geschädigt.
Zubetoniert - Die Versiegelung der Böden
Ebenso trägt die Überbauung zur Gefährdung der Böden bei. In Deutschland sind bereits sechs Prozent der Fläche versiegelt, also mit Asphalt, Beton, Industrieanlagen oder Häusern bebaut – und tagtäglich kommen ca. 120 Hektar dazu. Auf diesen Flächen gehen die Bodenfunktionen verloren: Wasserabfluss und Überflutungen werden verstärkt, Versickerungen und Grundwasserneubildung gehen zurück, und Landwirtschaft ist auch nicht mehr möglich. In anderen Ländern ist die Versiegelung landwirtschaftlicher Flächen heute schon ein Thema (z.B. China), obwohl dort die Motorisierung gerade erst beginnt: Ein Auto „kostet“ in Deutschland 0,2 Hektar an Fläche für Straßen und Parkplätze; wenn die Chinesen unseren Motorisierungsgrad erreichen, bedeutet dies die Versiegelung einer Fläche, die fast der Hälfte der gesamten Reisanbaufläche entspricht.
Bei weiter wachsender Bevölkerung und gleich bleibender Erosion und Überbauung wird die Ackerfläche pro Kopf von 0,33 Hektar (1986) auf 0,15 Hektar im Jahr 2050. absinken...
Verschmutzung durch Schadstoffe
Mit der zunehmenden Produktion gefährlicher Stoffe gelangen diese auch in die Umwelt: Die in Luft abgegebenen Stoffe (>> mehr) sinken im Laufe der Zeit nieder oder werden durch Regen ausgewaschen: So gelangen sie auch ins Wasser (>> mehr) oder in den Boden. Andere gefährlich Stoffe werden direkt in den Boden eingetragen, etwa durch Abfallablagerungen, undichte Rohrleitungen, Dünge- und Pflanzenschutzmittel. In den Boden gelangende Schadstoffe werden dort oft weitertransportiert und gefährden dann auch das Grundwasser.
Zu den gefährlichsten Schadstoffen gehören Schwermetalle, Chemikalien und deren Abbauprodukte und militärische Altlasten. Stick- und Schwefeloxide aus Verbrennungsvorgängen (>> mehr) werden in der Atmosphäre zu Säuren umgewandelt, die als „Saurer Regen“ die Böden versauern. In sauren Böden werden Aluminium-Ionen freigesetzt, die für die meisten Kulturpflanzen schädlich sind.
Schwermetalle
Schwermetalle spielen vor allem in der Umgebung von Bergwerken zum Abbau von Metallen und Anlagen zur Verhüttung eine Rolle. Die frühere Bleibelastung aus Autoabgasen ist seit dem Verbot bleihaltigen Benzins erheblich zurückgegangen. Die Folgen von Schwermetallen in Böden wurden zuerst im dichtbesiedelten Japan deutlich, wo Berg- und Hüttenwerke oft direkt an Reisfelder angrenzen; und so wurde oftmals mit Schwermetallen belastetes Wasser zur Bewässerung der Felder verwendet. Das Schwermetall Cadmium wird von Reispfanzen aufgenommen. Dadurch trat in den 1950er Jahren die Itai-Itai-Krankeit auf: Schmerzhafte Skelettverformungen (Itai-Itai heißt lautmalerisch „Aua-aua“) und Knochenbrüchen bei geringer Belastung. 1980 waren etwa 10 Prozent der japanischen Reisfelder aufgrund der Cadmiumbelastung nicht mehr für den Anbau von Nahrungsmittel geeignet.
Erhöhte Schwermetallwerte wurden ab den 1970er Jahren auf der ganzen Erde gemessen; gesundheitsschädliche Werte in manchen Industriegebieten und Städten erreicht, die sich durch besonders hohe Luftverschmutzung “auszeichneten”. Mit der Einführung von Gesetzen zur Luftreinhaltung und dem Verbot von Blei in Benzin ging der Anstieg zurück, allerdings bleiben Schwermetalle bis zu 3.000 Jahren im Erdreich.
Chemikalien
Chemikalien wurden ab Mitte des 20. Jahrhunderts in so großen Mengen hergestellt, dass sie in der Umwelt eine bedeutende Rolle spielten. Eine wichtige Rolle spielte dabei der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft, eine andere übernahm die Ablagerung gefährlicher Chemikalien in ungesicherten Müllkippen.
Chemische Pflanzenschutzmittel
Die möglichen Folgen chemischer Pflanzenschutzmittel zeigten sich zuerst beim DDT. Das Insektenvernichtungsmittel DDT wurde zuerst in den 1940er Jahren gegen den Kartoffelkäfer (und als Entlausungsmittel) eingesetzt und wurde schnell zum am häufigsten verwendeten Insektenvernichtungsmittel. 1962 veröffentlichte Rachel Carson ihr Buch “Der stumme Frühling”, in dem sie zeigte, dass DDT sich im Fettgewebe von Tieren anreicherte und schließlich dazu führte, dass bei Vögeln die Eierschalen dünner wurden, wodurch sie beim Brüten zerbrachen. In den USA wurde dadurch der Weißkopfseeadler (der Wappenvogel der USA) an den Rand des Aussterbens gebracht. Beim Menschen steht DDT unter Verdacht, Krebs und Mißbildungen auszulösen und das Erbgut zu verändern. Das Buch gilt als Geburtsstunde der Umweltbewegung in den USA; nach langen Diskussionen und gegen heftigen Widerstand der Chemieindustrie wurde hier 1972 die Anwendung von DDT in der Landwirtschaft verboten, ebenso in Westdeutschland. Seit Mai 2004 ist DDT weltweit nur noch zur Malariabekämpfung zugelassen.
Ein Problem von DDT war seine lange Lebensdauer in der Umwelt, in den Folgejahren wurden daher giftigere, aber kurzlebigere Substanzen bevorzugt. Mit der Stockholmer Konvention, mit der DDT verboten wurde, wurden acht weitere Pflanzenschutzmittel wegen ähnlicher Folgen verboten werden; aber durch die kürzere Lebensdauer reichern sich heutige Pflanzenschutzmittel wenigstens nicht mehr in den Böden an.
Giftmüll und Altlasten
1970 produzierten die USA 9 Millionen Tonnen gefährlicher Abfälle, im Jahr 2000 waren es bereits 400 Millionen Tonnen. Bis in die 1970er Jahre waren diese Abfälle kaum ein Thema, oft wurden sie einfach mit Hausmüll gemischt (um sie zu “verdünnen”) und auf den damals völlig ungesicherten Müllkippen abgelagert. Das böse Erwachen kam später: 1978 kam in Love Canal der erste Giftmüllskandal in die Schlagzeilen. Love Canal war ein Stadtviertel der Stadt Niagara Falls (an den Niagarafällen), das auf einem Gelände errichtet worden war, auf dem eine Chemiefirma 20.000 Tonnen Abfälle entsorgt hatte. Als sich hier Beschwerden über Gestank, Krebsfälle und Mißgeburten häuften, wurde der Abfall untersucht: Über 300 Giftstoffe wurden in dem Gemisch gefunden, Love Canal wurde zum Katastrophengebiet erklärt, die Haushalte umgesiedelt.
Damit war ein Fass aufgemacht: Zusammenhänge zwischen Gesundheitsproblemen und Giftmüll wurden in Hunderten von Gemeinden entdeckt. In den USA sind etwa 50.000, in Europa 55.000 alte Giftmülldeponien (die “Altlasten”) bekannt - und noch immer werden z.B. bei Bauarbeiten neue, bisher unbekannte Ablagerungen entdeckt. Eine Beseitigung wurde zwar in Angriff genommen, konnte aber aufgrund der gewaltigen Kosten nur einen Bruchteil dieser Altlasten wirklich sanieren.
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