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die Geophysiologie / Biogeochemie, die sich im Grenzbereich von Geologie und Biologie mit den Wechselwirkungen zwischen Leben und Umwelt beschäftigt. (Wobei Wechselwirkungen nicht heißt, dass diese im Sinne Lovelocks positiv für das Leben sind; das Konzept ist ohnehin zweifelhaft, wie vermutlich all die Lebewesen bestätigen würden, die in Folge der Vergiftung ihrer Atmosphäre mit Sauerstoff (>> hier) ausgestorben sind.)
Immer deutlicher wurde dabei, wie tiefgreifend die Gegebenheiten des Ökosystems Erde schon immer die Geschichte des Menschen beeinflusst hatten. Die Evolution der Tierwelt lässt sich nur erklären, wenn man die Bewegung der Kontinentalplatten berücksichtigt, und als Ergebnis gab es in Eurasien Tiere, die man zähmen konnte - darunter Pferde, ohne die wohl die Geschichte nach der Entdeckung Amerikas seitens der Europäer ganz anders verlaufen wäre. Oder die Entstehung und Verteilung der Rohstoffe auf der Erde, die ebenfalls die Geschichte beeinflussen sollte: Wie sähe wohl heute Saudi-Arabien ohne Erdöl aus? Ökologische Gegebenheiten gaben die Richtung vor, in die menschliche Gesellschaften sich entwickeln konnten: Ackerbau braucht fruchtbare Böden und ausreichend Wasser; Grasländer, die für den Ackerbau zu trocken waren, brachten Nomadengesellschaften hervor. Der Ackerbau brachte Bevölkerungsdichten hervor, die eine kritische Masse für technische und soziale Erfindungen darstellte, die es dem Menschen immer leichter machte, sich die Ressourcen für sein eigenes Überleben zu sichern: Nahrung, Kleidung, eine Behausung, Brennstoffe und vieles andere.
Im Laufe unserer Geschichte waren wir Menschen so erfolgreich, dass wir einen Einfluss auf die Ökosysteme der Erde erlangt haben wie keine andere Art jemals zuvor. Es gibt keinen Flecken Erde mehr, der nicht von uns verändert wurde; wir verwenden inzwischen etwa 40 Prozent der biologischen Produktion auf der Erde für unsere Zwecke. Und dieser Einfluss wird noch zunehmen: Die Zahl der Menschen wird aller Voraussicht nach von heute 6,7 Milliarden auf 9 Milliarden wachsen, und mit zunehmender wirtschaftlicher Entwicklung wächst zur Zeit auch der Pro-Kopf-Verbrauch an natürlichen Ressourcen. Globale Umweltprobleme wie der Klimawandel zeigen, dass dieser menschliche Einfluss das Ökosystem Erde verändern kann - manche Wissenschaftler gehen sogar soweit, die letzten hundert Jahre der Erdgeschichte als “Anthropozän” zu bezeichnen - als das Zeitalter, in dem der Mensch den Zustand der Erde bestimmt (>> mehr).
Auch dieser Einfluss ist heute dank der Raumfahrt unbestreitbar dokumentiert. Satellitenfotos zeigen für jeden frei zugänglich im Internet, wie der Mensch die Erde verändert und in vielen Fällen Ökosysteme komplett zerstört hat. Was die Funktionsfähigkeit der natürlichen Ökosysteme beeinträchtigt, beeinträchtigt letztendlich unsere eigenen Zukunftsaussichten. Wir müssen schon daher vom Ausbeuter zum Hüter der Biosphäre dieser Erde werden. Der Philosoph Peter Sloterdijk hofft, dass die Satelliten die Rolle übernehmen, für die der Mensch einst die Götter hatte: Unser Leben steht unter der allaufmerksamen Beobachtung von oben. Was wir mit der Erde machen, die Satelliten sehen und messen es. Nur werden wir von Ihnen nach unserem Tod nicht zur Rechenschaft gezogen; diese Rolle muss unser Gewissen selbst übernehmen. Das nötige “Weltgewissen” wird, so hofft Sloterdijk, dann entstehen, wenn die Beobachtung von außen stark genung wird, ein Gegengewicht zur lokalen Egozentrik zu bilden.
Möglichkeiten, es besser zu machen, gibt es genug: Mit dem heute verfügbaren Wissen können wir eine Zukunft entwerfen, die mit einer wesentlich effizienteren Nutzung von natürlichen Ressourcen und von Energiequellen unser Leben ermöglicht, ohne die Funktionsfähigkeit natürlicher Ökosysteme zu gefährden. Qualitativ hochwertige, langlebige Güter, die man auch reparieren kann; effiziente Energienutzung und erneuerbare Energiequellen; aber auch eine Abkehr von der (falschen) Vorstellung, dass man Glück kaufen könne, sind Bausteine auf diesem Weg; die Nachahmung der zahlreichen Beispiele für gute Lösungen aus der Natur (Biomimikry) eine der möglichen Methoden.
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