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Ebenso ist der Rückgang an Treibhausgasen im Handel und in der Industrie möglich, die Monbiot am Beispiel der Zementindustrie untersucht. Unser Leben würde sich in vielem ändern, aber es wäre nicht unbedingt schlechter. Nur gute Nachrichten also? Nein: Gescheitert ist Monbiot beim Flugverkehr. Hier ist der Rückgang an Emissionen nur durch eine Reduzierung der Flüge zu erreichen. Keine Fernreisen mehr in Zukunft - der Klimawandel wird uns schon Opfer abverlangen. Aber andererseits: Wirklich überlebensnotwendig sind Fernreisen nicht. Und sind sie verhungerte Äthiopier oder ertrunkene Menschen in Bangladesh wert? Anderseits: Wie ist es vorstellbar, dass die reichen Menschen freiwillig zugunsten der Ärmsten dieser Welt die notwendigen Opfer bringen.
Monbiots Vorschlag: Die Emissionen an Kohlendioxid müssen rationiert werden. Dieses geht über den Energiepreis: Wer seinen Anteil überschreitet, könnte sich Emissionsrechte von anderen kaufen - die bei der angestrebten Reduzierung aber sehr, sehr teuer wären. Immerhin wäre dieser Weg gerecht: Jeder Mensch hätte die gleichen Emissionsrechte, und die könnte er nutzen oder aber verkaufen. Monbiot gesteht aber auch zu, dass kaum eine Massenbewegung hierzu zu erwarten ist - bisher hat es keine Revolution auf der Welt gegeben, um auf etwas verzichten zu müssen.
Wie die Maßnahmen umgesetzt werden, bleibt also abzuwarten. Aber da sind wir natürlich alle gefragt, nicht nur ein Buchautor. Ein großer Verdienst des Buches ist es jedenfalls, unter dem Gesichtspunkt Klimawandel einen nachhaltigen Lebensstil erstmals nachvollziehbar skizziert zu haben. Es legt eine Basis, von der aus man weiterdenken kann.
George Monbiot: Hitze. Riemann Verlag, München 2007; 416 S., 19,00 €.
© Jürgen Paeger 2006 - 2007
(Diese Buchbesprechung erschien bereits im Jahr 2006 als Besprechung der englischsprachigen Originalfassung)
Siehe auch: >> Staud / Reimer: Wir Klimaretter
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