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Hintergrundinformation
Eine kleine Kolonialgeschichte der USA
Die Erschließung Nordamerikas
Von Mittelamerika (>> mehr) aus erreichten die Spanier auch Nordamerika jenseits des Golfs von Mexiko. So suchte Hernando de Soto auf einer 1539 begonnenen Expedition in “La Florida” und im ganzen Südosten Nordamerikas nach Gold; neben 600 Soldaten brachte er 200 Pferde und 300 Schweine mit. Seine Truppe zog raubend, vergewaltigend und mordend durch das Land. Die schlimmsten Folgen hatten jedoch - die Schweine. De Soto berichtete noch von einem dicht bevölkerten Land mit riesigen Maisfeldern; als 1682 mit den Franzosen die nächsten Europäer den Mississippi hinab kamen, fanden sie hier kaum Menschen, dafür aber riesige Büffelherden. Offenbar hatten verwilderte Schweine aus De Sotos Herde Krankheiten auf Hirsche und Truthähne übertragen, die von hier aus ihren Weg zu den Ureinwohnern fanden. Nach manchen Schätzungen starben 96 Prozent der Ureinwohner, die Überlebenden schlugen sich beim Eintreffen der Franzosen als nomadische Jäger durch.
Die Franzosen waren aus dem Norden gekommen, wo sie an der nördlichen Ackerbaugrenze vor allem vom Pelzhandel lebten. Seit 1534 handelten sie mit indianischen Jägern, bei denen sie vor allem Biberpelze eintauschten. Dabei entwickelte sich am ehesten eine Partnerschaft zwischen indianischen Jägern und Europäern, französische Händler heirateten oft Indianerinnen. Die ersten Handelsposten entstanden im Jahr 1600 am Sankt-Lorenz-Strom; 1608 wurde Quebec gegründet. Die Briten etablierten die Hudson’s Bay Company, um am Pelzgeschäft teilzuhaben. Nachdem die Pelztiere - neben Biber wurden auch Waschbären, Marder, Otter und Bären gejagt - am Sankt-Lorenz-Strom und dam Hudson selten wurden, drangen die Franzosen nach Westen und Süden tief in das Innere Amerikas vor; ihre Kooperation mit den Indianern sollte später zu Konflikten mit englischen Siedlern führen. (Mehr zur Pelzjagd >> hier.)
Die englischen Kolonien
Auch Holländer und Schweden waren in den heutigen USA vertreten: Die Holländer gründeten New York, und den Schweden gehörte Delaware. Entscheidend für die nordamerikanische Geschichte wurden aber die englischen Kolonien. Die erste erfolgreiche englische Siedlung auf amerikanischem Boden war Jamestown im heutigen US-Bundesstaat Virginia. Die Region im Süden der Chesapeake-Bucht war von Powhatan-Indianern besiedelt, die hier Mais, Kürbis und Bohnen in Mischkultur anbauten, fischten, jagten und sammelten. Die Gärten der Indianer waren nicht eingezäunt, da es in Nordamerika keine Haustiere gab, die gehütet werden mussten. Aufgelassene Felder wurden der Natur überlassen, so dass hier wieder Wald aufkam. Um frisches Gras für Jagdwild zu fördern, brannten die Indianer regelmäßig den Unterwuchs der Wälder ab, die daher licht und parkartig waren. Erste Versuche der Spanier und Engländer, sich hier anzusiedeln, waren durch Angriffe der Indianer beendet worden. Daher suchten die Siedler im Jahr 1607 eine Region, die ihnen unbesiedelt schien – wie sich bald herausstellte, aus gutem Grund: Im Sommer gab es hier kein frisches Wasser; Gezeitenwasser aus dem Meer drang bis in Höhe der Siedlung vor und verhinderte den Abfluss des Flusswassers. Bereits in den ersten Monaten starb fast die Hälfte der 104 Siedler, die meisten wohl an den Folgen verschmutzten oder versalzenen Wassers. Mit dem Winter wurde die Situation besser, aber die kranken Siedler hatten ihre Felder nicht bestellen können, und Ende Januar 1608 lebten nur noch 38. Diesen gelang es, Nahrung von den Indianern zu erhalten. Im Laufe der folgenden Jahre trafen weitere Siedler aus England ein, aber Hunger blieb ein Problem – der Winter 1609/10 ging als „Hungerwinter“ in die Geschichte ein.
Die Indianer unternahmen dagegen zunächst keinen ernsthaften Versuch, die Siedler zu vertreiben. Vermutlich glaubten sie, das Problem werde sich durch die hohe Sterberate von selbst lösen; sie hatten die Rechnung ohne die ständig neu eintreffenden Siedler gemacht. Zu diesen gehörte der Farmer John Rolfe. Dieser baute 1612 als erster die in Mode geratene Tabakpflanze Nicotiana tabacum, deren Samen er aus der Karibik erhalten hatte, in Jamestown an. Bereits die Indianer hatten Tabak angebaut und geraucht, jedoch eine andere Art (N. rustica). Rolfes Tabak war auf dem Markt gefragt, so dass er im Gegensatz zum indianischen Tabak auf immer größeren Flächen angebaut wurde. Dafür nutzten die Siedler indianisches Land, das ihnen – obwohl regelmäßig abgebrannt – als ungenutzt erschien. Tabak laugt ohne Dünger den Boden sehr schnell aus, so dass regelmäßig neues Land abgeholzt und kultiviert werden musste. Dieses hatte zwei Folgen: Zum einen waren die Siedler in Jamestown die ersten, die in Nordamerika Sklaven aus Afrika aus Afrika einsetzten, um die notwendige Arbeitskraft zum Roden der Wälder zur Verfügung zu haben. Zweitens ließen sie das Land nach der Nutzung nicht brach liegen, sondern von eingeführten Nutztieren beweiden. Diese verwilderten bald, und vor allem die Schweine machten sich auch über die (nicht eingezäunten) Gärten und Nutzpflanzen der Indianer her. Die Tiere wie zuvor die Wildtiere einfach zu töten ging nicht, da sofort die Siedler mit Gewehren in der Hand Schadenersatz forderten.
So kam es dazu, dass die Siedler immer mehr Land nutzten, und den Indianern immer weniger blieb. Es ist eines der ungelösten Rätsel, warum die zahlenmäßig weit überlegenen Indianer die Siedler nicht einfach vertrieben, zumal vor der Erfindung des Repetiergewehrs Pfeil und Boden mindestens gleichwertige Waffen waren. Ein Angriff im Jahr 1622 tötete ein Drittel der Siedler, aber weitere ernsthafte Angriffe folgten nicht. Möglicherweise liegt dies an einer der von den Siedlern mitgebrachten Krankheiten: Malaria. Mitte des 17. Jahrhunderts war Malaria jedenfalls unter den Siedlern weit verbreitet. Aber diese hatten ihre Sklaven und ständigen Nachschub an Menschen aus England; die Indianer hatten daher keine Chance. Virginia wurde mit dem auf Sklavenarbeit basierenden Plantagensystem zum Vorläufer des Systems, das schließlich mit dem Baumwollanbau im 18. und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Wirtschaft im Süden der Vereinigten Staaten von Amerika beherrschen sollte.
Als „Väter des amerikanischen Volkes“ gelten jedoch die puritanischen „Pilgerväter“, die Ende 1620 am Cape Cod in Massachusetts landeten und die Kolonie Plymouth gründeten. In dieser Region, die zuvor von Seeleuten als dicht besiedelt und gut verteidigt beschrieben wurden, war ein Großteil der indianischen Bevölkerung wenige Jahre zuvor durch eine Seuche – möglicherweise die Pest, die frühere Forschungsreisende oder frühere Siedler mitgebracht hatten – getötet worden und stellte keine ernste Bedrohung mehr dar. Aber auch diese Siedler wären zunächst fast verhungert, sie waren schlecht ausgerüstet und waren keine guten Jäger oder Bauern. Nur die Entdeckung eines indianischen Maisspeichers rettete sie im ersten Winter vor dem Hungertod; danach halfen der reichlich vorhandene Kabeljau und die Unterstützung eines Indianers, der ihnen den Maisanbau zeigte, die Situation zu verbessern. Damit wendete sich das Blatt: 1630 wurde das heutige Boston gegründet, bis 1640 trafen 20.000 Einwanderer in Neuengland ein, die – wenn auch mit Mais und Truthahn – Landwirtschaft nach europäischer Art betrieben und von denen viele mit Kabeljaufang und –handel (mehr >> hier) reich werden sollten. Die Indianer wurden von immer neuen Seuchenausbrüchen betroffen, ab 1634 auch durch die Pocken – die Seuchen töteten insgesamt weit mehr Indianer, als dies die blutrünstigsten Siedler hätten tun können; dies ist einer der Hauptgründe, warum die Ureinwohner in Amerika so viel stärker als die Afrikas und Eurasiens unter dem Kolonialismus litten. (Die weißen Siedler fühlten sich durch die Seuchen freilich in ihrem Glauben, dass Gott und Schicksal ihnen das Land zugedacht hatten, bestärkt; sie verteilten auch schon einmal mit Pocken infizierte Decken unter den Indianern.)
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Wie viele Menschen lebten vor Kolumbus in Amerika?
Die Zahl der Ureinwohner vor der Ankunft der ersten Europäer ist eine der umstrittensten Fragen der amerikanischen Archäologie/Anthropologie, und die Antwort ist politisch heikel. Neue Forschungsergebnisse deuten auf eine Einwohnerzahl hin, die höher als in Europa war. Da bekannt ist, wie viele (oder besser: wie wenige) die Besiedlung durch die Europäer überlebten, bedeutet eine höhere ursprüngliche Einwohnerzahl eine höhere moralische Belastung der Besiedelungsgeschichte - und wird daher von manchem heftig abgelehnt. Zum anderen erschüttert sie das Bild vom “edlen Wilden”, denn sie bedeutet auch, dass die amerikanischen Ureinwohner die Landschaft viel intensiver nutzten als früher geglaubt.
Dafür allerdings sprechen viele Fakten. So ist etwa der Reichtum an Brasil-Holz in den Küsten-Regenwäldern, der Brasilien seinen Namen gab, für einen Urwald untypisch; mit häufigen Feuern durch eine dichte Indianer-Bevölkerung aber leicht zu erklären. Und auch in Nordamerika fanden die ersten Siedler parkartige Wälder vor, deren Unterwuchs regelmäßig abgebrannt wurde. Solche Befunde werden von manchen Umweltschützern angefeindet, die gerne ein Bild vom (ursprünglichen) Indianer als Umweltschützer und die Nutzung als schädlich für Naturlandschaft bewahren würden. Dabei ist auch das Bild von der damaligen Nutzung keineswegs ein Freibrief für heutige landwirtschaftliche Praktiken: Die Wirtschaftsweise der Ureinwohner unterschied sich grundlegend von der heutigen; sie schufen eher Waldgärten und bauten Bäume statt einjähriger Pflanzen an. Selbst der Amazonas-Regenwald war für sie möglicherweise ein großer Garten (mehr >> hier) - auch davon könnte man ja etwas lernen.
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Der Weg zu den Vereinigten Staaten von Amerika
Mit dem Kabeljauhandel wurde Neuengland zur internationalen Handelsmacht. Dem Gesetz nach hätte die Kolonie ihre Waren eigentlich nur über das englische Mutterland vertreiben dürfen, praktisch wurde der Handel zunächst geduldet. Aber ein Jahrhundert später, nach dem Siebenjährigen Krieg mit Frankreich um die Vorherrschaft in Nordamerika (in dem England Kanada und Nova Scotia erhielt), war die britische Staatskasse leer, und England versuchte, seine Kolonie an die Kandare zu nehmen: Im Jahr 1733 erließ es das Molassegesetz, das die Zuckereinfuhr aus der nichtbritischen Karibik mit Zöllen belegte. Zu spät: Die lang andauernde Zoll- und Steuerstreitigkeiten führten 1773 zur Boston Tea Party, die mündete 1775 in den seitens der Amerikaner von George Washington angeführten Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Die Rebellen scheiterten bei ihrem Versuch, Montreal zu erobern und die Briten aus Kanada zu vertreiben, nahmen aber Boston ein. Nun wurden sie heimlich von Frankreich und Spanien unterstützt, und sieben Jahre später gab England auf. 1783 erkannte es die Unabhängigkeit von 13 Kolonien an, die zu den Vereinigten Staaten von Amerika wurden. Ihr erster Präsident wurde 1789 George Washington.
Die Erschließung des amerikanischen Westens
Die Erschließung des amerikanischen Westens erfolgte in mehreren Wellen. Die erste Welle bestand aus den (überwiegend französischen) Waldläufern, Missionaren und Händlern, die oft als erste Weiße das Landesinnere bereisten. 1803 konnten die Vereinigten Staaten im “Lousiana Purchase” die französischen Gebiete westlich des Mississippi für 60 Millionen Francs von Napoléon kaufen, der das Geld für seine Kriege in Europa brauchte. Das neu erstandene Gebiet war von Indianer besiedelt, die einerseits dort bleiben und “zivilisiert” werden sollten, andererseits brauchten die Staaten aber Geld aus Landverkäufen, um ihre Schulden zu bezahlen, und so kam es zu einer Besiedlungswelle durch Viehbauern, die Grund und Boden erwarben. Auf sie folgten die Ackerbauern, und schließlich die Erbauer der Städte. Diese Erschließung konzentrierte sich im Süden auf Texas, dass 1836 seine Unabhängigkeit von Mexiko erklärt hatte, während im Norden das „Oregon-Fieber“ herrschte – der Traum vom fruchtbaren Siedlungsland im Westen, der entstand, nachdem 1843 ein erster Planwagentreck dieses Gebiet erreicht hatte. Überall wurden mit dem Vorrücken der Siedler die Indianer vertrieben (seit dem “Indian Removal Act” konnten sie gegen ihren Willen in Reservate verbracht werden) und fielen Wälder; der Höhepunkt wurde im späten 19. Jahrhundert erreicht, als Wälder nicht nur für die Urbarmachung von Acker- und Weideland fielen, sondern die Holzproduktion zum (nach der Baumwolle) zweitwichtigsten Wirtschaftzweig wurde. Von den 2,5 Millionen Quadratmetern Waldland in den östlichen USA waren 1920 nur noch vier Prozent ungenutzt. Die Indianerreservate wurden als Staatseigentum gesehen, das den Indianern zur Verfügung gestellt und vom Bureau of Indian Affairs verwaltet wurde; den Indianern sollte “das Wilde ausgetreiben” werden (erst 1975 erhielten sie ihre Rechte zurück). 1845 kam Texas (das sich 1836 von Mexiko unabhängig gemacht hatte) zum Gebiet dazu, und 1848 als Folge des mexikanischen-amerikanischen Krieges weitere westlich angrenzende Gebiete bis hin zum Río Grande.
Während im Norden bereits die Industrialisierung begann (mehr >> hier), war im Süden die Plantagenwirtschaft vorherrschend. Hierdurch verschärften sich Spannungen, die ohnehin zwischen den puritanischen Siedlern im Norden und dem lebensfroheren Süden bestanden; die Sklavenhaltung im Süden war ja auch mit dem Gleichheitsgebot der Unabhängigkeitserklärung nicht vereinbar. Als 1860 Abraham Lincoln, erklärter Gegner der Sklaverei, zum Präsidenten gewählt wurden, erklärten die Südstaaten ihren Austritt aus der Union. Für Lincoln war dieses eine Kriegserklärung, der amerikanische Bürgerkrieg (1861 bis 1865) hatte begonnen. Er kostete 600.000 Soldaten das Leben und führte zur Befreiung der Sklaven, und er sollte auch die Industrialisierung befördern: Der französische General Gribeauval war nämlich auf die Idee gekommen, Gewehre mit austauschbaren Teilen herzustellen, um beschädigte Waffen weiter nutzen zu können. Hiervon hatte Thomas Jefferson während seiner Zeit als Botschafter in Frankreich erfahren, und brachte die Idee nach Amerika. Trotz der damals höheren Kosten bauten die Amerikaner Waffen mit standardisierten Austauschelementen – die Grundlage des „amerikanischen Fabrikwarensystem“, das Basis für die spätere Fließbandproduktion war (mehr >> hier).
Begleitet war diese Erschließung von nahezu dreihundert Jahre andauernden Indianerkriegen (die Indianer fügten sich nicht immer kampflos der oben beschriebenen Indianerpolitik), aber auch regelmäßigen Kriegen gegen andere europäische Kolonien. Und die Erschließung wurde vom Ausbau eines Transportnetzwerken begleitet: So überquerte ab 1825 der Erie-Kanal die Appalachen und verband New York mit dem Mittleren Westen; kurz darauf begann auch der Eisenbahnbau. Zunächst wurden damit die Rinder- und Schweinezuchtgebiete sowie der Weizengürtel erschlossen; 1869 wurde die erste transkontinentale Eisenbahnstrecke fertiggestellt. Mit dem Schienennetz und den parallel dazu verlegten Telegraphenleitungen verstärkte sich die Besiedlung des Westens.
Und sie veränderte die Natur. Ausgebrochene Pferde führten dazu, dass es zu Zeiten des Unabhängigkeitskrieges bereits wieder Herden wilder Mustangs gab, die ganz Nordamerika besiedeln sollten. Damit machten die Siedler wieder gut, was die ersten Menschen in Nordamerika angerichtet hatten: Das eigentlich in Amerika entstandene Pferd, das sich von hier aus nach Eurasien verbreitet hatte, war vor 13.000 Jahren ausgestorben – kurz nach der Ankunft des Menschen; vermutlich wurde es durch die Jäger ausgerottet (mehr >> hier). Typischer war aber die Vernichtung der Natur, für die Wandertaube und Bisons standen.
Die Wandertaube war mit Kolonien von Millionen Vögeln ein Weltwunder der Natur, das die Fruchtbarkeit Nordamerikas symbolisierte – selbst die Siedler konnten diese Art erst ausrotten, als 1870 der Hinterlader erfunden wurde. Am prominentesten ist aber der Bison, der ab 1830 an den Rand des Aussterbens getrieben wurde. Noch zu Anfang des Jahrhunderts lebten wohl 30 bis 40 Millionen Bisons in den Grasländern der Great Plains, die durch diese intensive Beweidung und Düngung durch Urin und Kot überhaupt erst bestehen konnten. Daher hingen von ihnen andere Pflanzenfresser ab, Millionen Gabelböcke, Hirsche, Elche und Bighornschafe; und natürlich die Fleischfresser, wie Wölfe – und die Prärieindianer. Die Vernichtung der Bisons erfolgt anfänglich für die Pelze, später oftmals nur noch für die Zungen oder rein zum Vergnügen – aus Eisenbahnwaggons heraus. 1884 konnten dann nur noch 300 Bisonhäute in den Osten geliefert werden; nur 600 Bisons überlebten das Gemetzel. Im Gefolge starben auch die Wölfe fast aus. Und die Prärieindianer, deren Lebensweise sich mit der Übernahmen von Pferd und Gewehr grundlegend verändert hatte und die zum ernsthaften Gegner der Weißen bei der Eroberung des Landes geworden waren, verloren ihre wichtigste Nahrungsquelle. Derart geschwächt, endeten die Indianerkriege 1890 mit dem Massaker am Wounded Knee in Süddakota, wo die US-Kavallerie 300 unbewaffnete Männer, Frauen und Kinder ermordete (wofür sie auch noch Tapferkeitsmedaillen erhielt).
Damit war auch im Westen der Weg für die Industrialisierung geebnet; mit den riesigen Flächen wurden die USA zum Vorreiter der Mechanisierung und Industrialisierung der Landwirtschaft. Mit der Industrialisierung wurden die USA zur Weltmacht.
Weiter mit: >> Auf dem Weg zur Weltmacht: Die Industrialisierung der USA
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