Fundgrube

+++ Interessantes zu Leben, Erde, Mensch und Umwelt +++

Die Erde hat sich um 0,9 °C erwärmt

Die weltumfassenden Zusammenstellung zur Temperatur der Erde, die in der Diskussion um den Klimawandel verwendet werden (>> hier), stammen aus drei Quellen: der amerikanischen NASA, der US-Wetter- und Ozeanographiebehörde NOAA sowie aus der Zusammenarbeit des britischen Wetteramtes mit dem Klimaforschungsinstitut der Universität East Anglia (Hadley CRU). Skeptiker zweifeln deren Ergebnisse gerne an, sie weisen unter anderem darauf hin, dass die zunehmende Asphaltierung der Erde und der Bau von Städten die Klimamessungen verfälscht hätten. Aus diesem Grund hat eine Forschungsgruppe unter Richard Muller, Physikprofessor an der Universität Berkeley und selbst nach eigenem Bekunden “milder Skeptiker”, 1,6 Milliarden Temperaturmessungen aus 15 Datenbanken mit einer ganz neuen Methode ausgewertet. Ergebnis: In den letzten 60 Jahren ist die Erde um 0,9 °C wärmer geworden. Die Kritik an den bisher verwendeten Methoden zur Temperaturerfassung ist nach Ansicht der Autoren nicht gerechtfertigt - die Erde wird wärmer.

Oberflächentemperatur der Erde 1950 bis 2010, Berkeley Earth
Oberflächentemparatur der Erde 1950 bis 2010: Die in etwa 10jährigen Schwankungen
sind auf Temperatruschwankungen im Nordatlantik und den El Niño zurückzuführen. Abb.
Berkeley Earth Website, eigene Übersetzung.

Berkeley Earth Website: http://berkeleyearth.org/index.php (hier sind sowohl die Daten als auch verwendete Methode dokumentiert)

 

Energiewende

Die Reaktorkatastrophe von Fukushima (>> mehr) hat in Deutschland dazu geführt, dass die Bundesregierung den (zuvor von der rot-grünen Bundesregierung schon einmal beschlossenen, aber von der heutigen Regierung im vergangenen Jahr zurückgenommenen) Atomausstieg beschlossen hat: Am 30. Juni 2011 beschloß sie, dass bis 2022 alle deutschen Atommeiler abgeschaltet werden müssen. Gleichzeitig betonen die Bundeskanzlerin und der Umweltminister, dass die deutschen Klimaschutzziele dadurch nicht verändert werden. Das bedeutet, dass die Atomkraftwerke nicht einfach durch neue Kohlekraftwerke ersetzt werden können, was jedoch im Augenblick die Strategie der großen Energiekonzerne ist. Dahinter steckt eine in der Öffentlichkeit noch viel zu wenig beachtete Frage nach der Struktur unseres künftigen Energiesystems: Bei einer echten Energiewende würden nämlich die Energiekonzerne zu den Verlierern gehören. Erneuerbare Energiequellen können nämlich dezentral genutzt werden, wodurch Transportverluste minimiert würden - aber auch die Zeiten von Jahresgewinnen von 20 Milliarden Euro seitens der Energiekonzerne vorbei wären. Dagegen werden diese sich wehren, und das Potenzial erneuerbarer Energien - die die Energieversorgung in Deutschland in 20 Jahren komplett sicherstellen könnten - weiterhin kleinreden. Eine echte Energiewende - die neben dem Ausstieg aus der Atomkraft auch den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen einläutet - ist daher noch lange nicht sichergestellt.

Siehe hierzu auch >> Energiezukunft, insbesondere >> Die Systemfrage - brauchen wir neue Großkraftwerke? und >> Warum Stromkonzerne erneuerbare Energien nicht mögen.

 

Ist der Klimawandel schon vorbei?

Der frühe und kalte Winter 2010/2011 ließ manche Menschen am Klimawandel zweifeln - haben die Skeptiker nicht vielleicht doch recht? In der Tat, das Jahr 2010 war in Deutschland um 0,3 Grad Celsius kühler als das langjährige Mittel - das ist weniger, als der Winter uns zeigt, aber wir sollten die Hitzetage im Sommer nicht vergessen (wir erinnern uns: als bei der Bahn die Klimaanlagen ausgefallen sind...). Nun ist Wetter nicht gleich Klima (>> mehr), und beim Wetter sind Schwankungen normal, wie die folgende Abbildung zeigt.

Jahresdurchschnittstemperatur in Deutschland 1901 - 2010
Eigene Abbildung aus Daten des Deutschen Wetterdienstes

Vor allem aber war 2010 zwar in Deutschland etwas kühler, weltweit gehörte 2010 aber zu den drei heißesten Jahren seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen (die Daten liegen noch nicht alle vor, daher wissen wir noch nicht, ob es das heißeste, zweit- oder drittheißeste Jahr war). Vom Ende des Klimawandels kann also keine Rede sein.

mehr zum >> Klimawandel

 

Der 16. “UN-Klimagipfel”

der im mexikanischen Cancún stattgefunden hat (29.11.-10.12.2010) wurde in der Öffentlichkeit im Vorfeld weit weniger beachtet als der 15. Klimagipfel in Kopenhagen Ende 2009, aber vielleicht waren es gerade die gesunkenen Erwartungen, die am Ende zumindest einen nächsten Schritt ermöglichten: Das Kyoto-Protokoll soll verlängert werden, und die notwendigen stärkeren Emissionsreduzierungen vereinbart werden. Außerdem wurde der in Kopenhagen bereits diskutierte Fonds für Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern verabschiedet und der Waldschutz in die Klimarahmenkonvention einbezogen.

Webseite des UN-Klimasekretariats: >> www.unfccc.int (englischsprachig)
Zum Hintergrund mehr auf diesen Seiten >>
hier.

 

Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko

ist das Schwerpunktthema in der Oktoberausgabe der amerikanischen Originalausgabe von National Geographic. Der Text ist auch im Internet zu finden.

National Geographic Society: >> Gulf Oil Spill

 

Energiekonzept 2010 der Bundesregierung

Eine “zuverlässige, wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung” soll das am 28.9.2010 veröffentlichte Energiekonzept der Bundesregierung sicherstellen. Diskutiert wird vor allem die darin vorgesehene Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke um durchschnittlich zwölf Jahre; das Konzept enthält darüber hinaus aber auch zahlreiche (und unbestritten richtige) Aussagen zur Energieeffizienz und will die erneuerbaren Energien zur tragenden Säule der Energieversorgung machen. Auf jeden Fall ist es weiter als die reale Politik der Bundesregierung (>> mehr).

Bundesumweltministerium: >> Energiekonzept (pdf, 2,3 MB)
Bundesumweltministerium: >>
Energieszenarien für ein Energiekonzept der Bundesregierung

 

Warum überleben Großkonzerne wie BP die von ihnen angerichteten Umweltkatastrophen?

... fragte DIE ZEIT am 12. August 2010. Weil zum einen unser Recht für die Großrisiken globaler Konzerne nicht gemacht ist, sagt einer der befragten Experten. Insbesondere in Schwellenländern werden Konzerne kaum bestraft. In den USA können Umweltschäden dagegen aufgrund der Möglichkeit zivilrechtlicher Sammelklagen teuer werden, aber auch die eine Milliarde Dollar, die Exxon nach dem Tankerunglück 1989 in Alaska zahlen musste, verblassen gegen einen Konzerngewinn von 7,5 Milliarden Dollar zwischen April und Juni. In Deutschland sind Bußgelder vom Gesetzgeber begrenzt, damit soll Willkür verhindert werden. Mitunter interessiert auch das Image stärker als das Recht: Für den Entschädigungsfonds, den BP jetzt in den USA für die Folgen der Ölverschmutzung im Golf von Mexiko eingerichtet hat, gibt es rechtlich gar keine Grundlage. Mitunter hilft den Konzernen auch ihre wirtschaftliche Bedeutung: Ab einem bestimmten Punkt greift der Gläubigerschutz, denn ein Bußgeld oder Schadenersatz soll die wirtschaftliche Existenz nicht gefährden. Großunternehmen stehen schließlich auch für Arbeitsplätze und Steuereinnahmen.
DIE ZEIT 33/2010: >>
Katastrophenkonzerne.

 

Die Geschichte des Menschen

... erhielt zwei neue Kapitel: 1) Im März veröffentlichte eine Forschergruppe um J. Krause vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig die Ergebnisse von DNA-Analysen eines Menschen, der vor 48.000 bis 30.000 Jahren in der Denissowa-Höhle in Sibirien gelebt hat. Ergebnis der Analyse: Er gehörte möglicherweise einer noch unbekannten Menschenart an, auf jeden Fall dürfte er in Folge einer eigenen Einwanderungs-Welle nach Sibirien gelangt sein (mehr: wikipedia, >> Denissowa-Fossil). 2) Im April veröffentlichte eine Forschergruppe um den amerikanischen Paläontologen Lee Berger den Fund einer neuen Australopithecus-Art, A. sediba, in Südafrika. Der Fund ist 1,9 Millionen Jahre alt, und damit jünger als die ältesten Funde der Gattung Homo, zu der der moderne Mensch gehört. A. sediba könnte ein ausgestorbener Seitenzweig sein, aber auch einen direkten gemeinsamen Vorfahren mit der Art haben, aus dem sich der Mensch entwickelte (mehr: wikipedia: >> Australopithecus sediba).

Mehr zum Thema auf diesen Seiten:
>>
Der Mensch - Unser afrikanischer Ursprung
>>
Die Erforschung der Entwicklungsgeschichte der Menschheit

 

Wasser

Die April-Ausgabe der englischsprachigen Ausgabe des National Geographic Magazine ist ganz dem Thema Wasser gewidmet. Die Beiträge zeigen sowohl die Bedeutung des Wassers als auch seine Gefährdung und wie wir es besser nutzen können; eine Karte zeigt die großen Flüsse und Seen der Welt und stellt das “virtuelle Wasser” (>> mehr) in vielen Produkten dar.
>>
Inhaltsverzeichnis National Geographic April 2010
>> National Geographic Socienty: Wasser

Mehr zum Thema Wasser auf diesen Seiten:
>>
Wasser: Quell des Lebens
>> Wassernutzung durch den Menschen
>> Eine kleine Geschichte der Wasserverschmutzung
>> Wasser fürs Leben, Wasser für Menschen

 

Website zum Weltagrarbericht

Der im April 2008 vorgestellte Weltagrarbericht ist eine umfassende Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Situation und der wichtigsten Herausforderungen in der Landwirtschaft und gibt Anworten auf die Frage, was getan werden muss, damit die Landwirtschaft dauerhaft die Ernahrung der Weltbevölkerung sichern kann (>> mehr). Rund um dieses Dokument hat die Zukunftsstiftung Landwirtschaft eine Website erstellt, auf der unter anderem eine 42-seitige Zusammenfassung des Berichts heruntergeladen werden kann, die zu Projekten, Organisationen und Initiativen zum Thema verlinkt und die auf Aktuelles rund um die Landwirtschaft hinweist.
>>
www.weltagrarbericht.de

 

Die Vereinbarung von Kopenhagen

Der Klimagipfel in Kopenhagen hat nicht zu einem verbindlichen Klimaschutzabkommen geführt: Der Gipfel hat einen Abschlusstext, der von den Industriestaaten und einigen großen Schwellenländern formuliert wurde, nur zur Kenntnis genommen. Insbesondere einige vom Klimawandel besonders betroffene arme Länder und Inselstaaten waren gegen eine Annahme des Textes, da sie bei dessen Entstehung nicht beteiligt waren. Dieser Text, der “Copenhagen Accord”, kann nun von den einzelnen Ländern angenommen werden, muss aber nicht.

Inhaltlich wurde immerhin die Formulierung der UN-Klimarahmenkonvention, “eine gefährliche anthropogene [vom Menschen verursachte] Störung des Klimasystems” zu verhindern, konkretisiert: Die Erderwärmung soll auf weniger als 2 Grad Celsius begrenzt werden. Dafür sind “tiefe Einschnitte bei den Emissionen” nötig; verbindliche Ziele zur Reduktion der Emission von Treibhausgasen gibt es aber nicht. Stattdessen sollen die Industriestaaten bis Ende Januar 2010 ihre jeweiligen Reduktionsziele bis zum Jahr 2020 in einen Anhang I eintragen; die Einhaltung dieser Selbstverpflichtungen soll ebenso wie die finanzielle Unterstützung von armen Ländern den Richtlinien der Vertragsstaatenkonferenz entsprechend international überwacht werden. Die Nicht-Industriestaaten sollen, ebenfalls bis Ende Januar 2010, ihre Aktivitäten zur Verringerung der Erderwärmung in einem Anhang II einzutragen, der alle zwei Jahre aktualisiert wird. Sie können die Einhaltung selbst überwachen und müssen die Ergebnisse mitteilen; von den Industriestaaten finanzierte Maßnahmen werden aber wie die Maßnahmen der Industriestaaten international überwacht. Für diese Maßnahmen - zu denen ausdrücklich auch der Schutz der Wälder gehört - und für die Anpassung an die Folgen des Klimawandels in armen Ländern stehen im Zeitraum 2010 bis 2012 30 Milliarden US-$ zur Verfügung, ab 2020 sollen es 100 Milliarden US-$ pro Jahr sein. Das Geld soll weitgehend über einen neu zu gründenden “Copenhagen Green Climate Fund” verteilt werden. Die Umsetzung dieser Vereinbarung soll im Jahr 2015 überprüft werden; dann soll auch geprüft werden, ob das langfristige Ziel der Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius abgesenkt werden muss.
>>
Copenhagen Accord: Download auf der Website der UN-Klimarahmenkonvention

Mehr zum Thema: >> Klimapolitik

 

Deutschland kann klimaverträglich werden

Was bedeutet es für ein Industrieland wie Deutschland, wenn der Klimawandel auf einen Temparaturanstieg von 2 Grad Celsius (>> hier) begrenzt werden soll? 95 Prozent weniger Treibhausgase bis 2050, sagt der WWF - und hat Prognos und das Öko-Institut damit beauftragt, einen konkreten Politikentwurf hierfür durchzurechnen. Unter dem Titel “Modell Deutschland. Klimaschutz bis 2050” ist dieser auf der Website des WWF kostenfrei herunterzuladen. Die Studie zeigt, dass und wie es geht, und errechnet Kosten von 0,3 bis 0,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Maßnahmen.
>>
WWF: Modell Deutschland. Klimaschutz bis 2050 (Zentrale Ergebnisse, Download)

 

Eine neue Idee für den Klimagipfel...

präsentiert der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) in seinem neuen Sondergutachten “Kassensturz für den Weltklimavertrag”. Einer Berechnung von Malte Meinshausen und Kollegen folgend, dürfen bis zur Jahhundertwende noch höchstens 750 Milliarden Tonnen Kohlendioxid aus fossilen Brennstoffen ausgestoßen werden; gleichzeitig blockieren sich alte Industrie- und aufstrebende Schwellenstaaten bei den Vorbereitungen zum Klimagipfel in Kopenhagen. Der Vorschlag des WBGU: Das Kohlendioxid-Globalbudget von 750 Milliarden Tonnen wird gerecht, das heißt, pro Kopf auf die Länder verteilt. Reiche Länder müssten dann arme Länder beim Aufbau einer nicht-fossilen Energieversorgung und sonstigen Aktivitäten zum Klimaschutz unterstützen, andernfalls kämen sie mit ihrem eigenen Kohlendioxid-Budget nicht aus. Gleichzeitig müssten sie ihrer historischen Verantwortung für den Klimawandel gerecht werden, indem sie dort Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel finanzieren. Aber auch die schnell wachsenden Schwellenländer (allen voran: China) müssten in ihrer Energieversorgung schnell und entschlossen umsteuern, um mit ihrem Budget hinzukommen. Der Vorschlag liefert eine neue, durchdachte Idee, den Stillstand bei den Klimaverhandlungen zu überwinden.
Quelle: >>
Kassensturz für den Weltklimavertrag (mit Möglichkeit zum download, pdf, 2,4 MB)

Siehe auch: >> Wie können wir den Klimawandel beenden? auf diesen Seiten

Auf Dauer ist eine umweltfreundliche Energieversorgung nicht nur gegen den Klimawandel gut, sondern bietet auch neue Wirtschaftsfelder und Arbeitsplätze. Drei Meldungen von Spiegel online 5./6.9.2009:
>>
Energie-Revolution: Minikraftwerke sollen Atomstrom verdrängen
>>
Stromgiganten entdecken die Sonnenkraft
>>
Börsenprofis empfehlen Solaraktien aus China

 

Riesenprojekt für Sonnenstrom

400 Milliarden Euro will ein Konsortium großer deutscher Konzerne in Sonnenenergie aus Nordafrika investieren: Damit sollen 15 Prozent des deutschen Strombedarfs gedeckt werden. Angeführt wird das Konsortium von der Münchener Rück, die als Rückversicherer besonders vom Klimawandel betroffen wäre und damit ein Zeichen für den Kampf gegen den Klimawandel auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten setzen will. Konkrete Umsetzungspläne sollen in zwei bis drei Jahren auf dem Tisch liegen, erste Stromlieferungen könnten bereits in zehn Jahren erfolgen.
Quelle: Spiegel online 16.06.2009: >>
Deutsche Konzerne planen 400-Milliarden-Euro- Sonnenkraftwerke in der Wüste; 03.09.2009: >> Desertec-Gesellschaft will bis November Arbeit aufnehmen

Siehe auch: >> Saubere Energie auf diesen Seiten; >> Wüstenstrom für Europa.

 

Das Ende der fetten Jahre

beschreibt das aktuelle National Geographic Magazine (Originalausgabe). Zwischen 2005 und dem Sommer 2008 haben sich die Weizen- und Maispreise verdreifacht, der Preis für Reis verfünffacht. Die Gründe liegen in steigender Weltbevölkerung, steigenden Ansprüchen in schnell reicher werdenden, bevölkerungsreichen Ländern (in China stieg der Verzehr von Schweinefleisch von 1993 bis 2005 um 45 Prozent - bevor sie jetzt über die Chinesen schimpfen, sollten sie aber daran denken, dass die Chinesen pro Kopf immer noch deutlich weniger Fleisch essen als Europäer oder Amerikaner) - und gleichzeitig stagnierender Produktivität und Umnutzung von Flächen zum Anbau von Rohstoffen für Biotreibstoffe. Seit Jahren gehen die Weltreserven an Nahrungsmitteln zurück. Die einen hoffen daher auf eine zweite grüne Revolution; andere weisen auf deren Preis hin: Abgesunkener Grundwasserspiegel, Pestizidvergiftungen und Abhängigkeit von Saatgut- und Pestizidlieferanten. Diese anderen sehen die Zukunft eher in einer Weiterentwicklung agroökologischer Verfahren, die auf Gründüngung, Kompostierung und traditionelle Feldfrüchte setzen. Verschärft wird die Herausforderung noch durch den Klimawandel, der zu erheblichen Rückgangen der Produktivität gerade in den schon heute am schlechtesten versorgten Regionen führen könnte, im südlichen Afrika und in Südasien.
Quelle: The End of Plenty. Special Report: The Global Food Crisis. National Geographic Magazine June 2009 (englischsprachig).

>> The Global Food Crisis (ngm.com)

Siehe auch: >>
Gesunde Nahrung für alle auf diesen Seiten.

 

Geht es auch ohne Wirtschaftswachstum?

fragt Wolfgang Uchatius in DIE ZEIT Nr. 22/2009 angesichts der Tatsache, dass die Wirtschaftskrise auch ihre guten Seiten hat: So sinken erstmals seit langem die Kohlendioxid-Emissionen, die Krise sorgt dafür, dass das Ökosystem Erde sich etwas erholen kann. Und da die meisten Menschen in den reichen Industrieländern längst mit allen notwendigen Gütern versorgt sind und mehr Dinge sie nicht mehr glücklicher machen (siehe auch >> hier), könnten wir uns doch eigentlich zurücklehnen, weniger für Geld arbeiten und dafür das machen, was uns wichtig ist und/oder Spaß macht... Die Hindernisse auf diesem Weg sind erstens, dass bisher das Wirtschaftswachstum die Methode ist, Verteilungskämpfe zu vermeiden: Ohne Wachstum können die Ärmeren nur etwas dazukriegen, wenn die Reicheren etwas abgeben. Zweitens sorgt das Wirtschaftswachstum dafür, dass die Unternehmen ihre durch Zinsen ebenfalls wachsenden Kredite bezahlen können, weshalb für eine nicht mehr wachsende Wirtschaft eine andere Geldwirtschaft nötig wäre. Der St. Gallener Wirtschaftsprofessor Hans-Christoph Binswanger etwa schlägt vor, dass die Zentralbanken künftig auch das “Buchgeld” (also das Geld, das nur auf Computermonitoren und Kontoauszügen existiert, im Gegensatz zu Banknoten und Münzen) kontrollieren, wodurch die Kreditvergabe eingeschränkt und ein wichtiger Wachstumstreiber beseitigt würde.
Quelle: Wolfgang Uchatius: Wir könnten auch anders. Dossier in DIE ZEIT Nr. 22/2009

>> Wir könnten auch anders (ZEIT online)

Siehe auch: >>
Wirtschaften auf einem endlichen Planeten auf diesen Seiten

 

Kohlendioxid-Messung aus dem Weltall

Zwei neue Satelliten sollen die “Atmung” der Erde überwachen: Der japanische Satellit Ibuki befindet sich bereits im Weltall, das amerikanische Orbititing Carbon Observatory (OCO) soll am Mittwoch, dem 18.2. starten. Beide sollen den Kohlendioxid-Gehalt in der Erdatmosphäre messen. Der japanische Ibuki, der auch den Methangehalt misst, hat 56.000 über die Erde verteilte Messpunkte, die japanische Raumfahrtbehörde gibt seine Messgenauigkeit mit
1
ppm an. Das ist ungenauer als Messungen auf der Erde, aber dafür kann er Daten dort erheben, wo irdische Messstationen dünn gesäht sind, etwa in den tropischen Regenwäldern. Von den Satelliten erhoffen sich die Forscher eine bessere Kenntnis des irdischen Kohlenstoffkreislaufs.
Quelle: Economist 14.2.2009

>> Ibuki website (englischsprachig)
>>
OCO website (englischsprachig)

Siehe auch: >>
Der Kohlenstoffkreislauf der Erde

 

Der Mensch beeinflusst die Evolution ...

... von Tier- und Pflanzenarten durch Jagen und Sammeln. Wie schnell dies geht, berichtete die New York Times am 13.1.2009. Laut einer neuen Studie werden etwa Dickhorn-Schafe in Kanada kleiner, da Jäger bevorzugt große Tiere schießen. Auch intensiv befischte Fischarten werden in nur 30 Jahren um 20 Prozent kleiner und zudem jünger geschlechtsreif - allerdings produzieren sie weniger Eier, wodurch langfristig ihre Vermehrungsrate zurückgehen könnte. Auch die Tatsache, dass von manchen Population jährlich bis zu 80 Prozent aller Tiere gefischt werden, fördert zufällige genetische Veränderungen.

>> New York Times: Research Tier Humans Acts ... (englischsprachig)

Siehe auch: >>
Die Gefährdung der Biodiversität

 

Barack Obama beginnt seinen Kampf gegen den Klimawandel

Eine neue amerikanische Energie- und Klimapolitik kündigte Barack Obama am 26.01.2009 an: “Amerika wird sich nicht zur Geisel schwindender Ressourcen, feindlicher Regimes und eines sich aufheizenden Planeten machen.” So soll der amerikanische Energiewirtschaft von Grund auf erneuert werden und der Anteil erneuerbarer Energien in den nächsten drei Jahren verdoppelt werden. Die Autoindustrie soll dazu gebracht werden, sparsame Autos zu entwickeln. Als erster Schritt wurde die Umweltagentur EPA aufgefordert, noch einmal zu prüfen, ob Kalifornien schärfere Abgasgrenzwerte einführen darf (was unter Bush abgelehnt wurde). Im Wahlkampf hatte Obama angekündigt, Amerikas Ausstoß an Treibhausgasen bis 2050 um 80 Prozent zu verringern.

>> New York Times: Global Warming Science (mit link zu akuellen Artikeln im Internet
     und in der New York Times; englischsprachig)
>>
Barack Obamas Wahlkampagne: New Energy for America (englischsprachig)

Siehe auch: Klimapolitik, >>
Die USA und der Klimawandel

 

Neue Internationale Agentur für Erneuerbare Energien

Am 26.01.2009 haben 75 Staaten als Gründungsmitglieder in Bonn die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA, von engl. International Agency for Renewable Energies) gegründet. Die Agentur soll als Gegenstück zur Internationalen Energieagentur die Umstellung auf eine nachhaltige Nutzung erneuerbarer Energien fördern. Dazu soll sie die Mitgliedsländer beraten und ihnen dabei helfen, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Bis zum Juni sollen ein vorläufiger Standort und ein Direktor für die Agentur gefunden werden, die dann die Arbeit aufnehmen soll.

>> www.irena.org (englischsprachig)

 

Weltenergiebericht 2008

Jedes Jahr im Herbst erscheint “die Bibel der Energiewirtschaft” (DIE ZEIT), der Weltenergieausblick der Internationalen Energieagentur (IEA). Im Ausblick 2008, der am 12.11.2008 erschien, fordern die Energieexperten der Organisation der >> OECD nun nicht weniger als eine Energierevolution: “Weiter so” könnte bald schon zu Engpässen bei der Ölversorgung führen, würde die Energiekosten einen immer größeren Anteil des Welthandels einnehmen lassen und zu katastrophalen Klimaveränderungen führen. Ein Umsteuern hin zu einer cleveren und sauberen Energiepolitik, die auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien setzt, würde nicht nur das Klima retten, sondern auch die Energiesicherheit erhöhen und zu niedrigeren Ölpreisen in der Zukunft führen. Die Kosten für eine radikale Energiewende, die den Temperaturanstieg der Erde auf 2 Grad Celsius begrenzen würde, lägen bei 0,55 Prozent des Weltinlandsprodukts, ein großer Teil käme aber durch sinkende Energierechnungen wieder zurück.

>> Der Weltenergiebericht 2008 - Eine Zusammenfassung

 

>> Ältere Funde (Archiv 2006 - 2008)

© Jürgen Paeger 2006 - 2011

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Dickhorn-Schaf / Bighorn-Sheep

Das Dickhorn-Schaf wird durch die Jagd immer kleiner, berichtet eine neue Studie aus den USA. Foto: Alan D. Wilson, Lizenz: >> cc 3.0, aus >> wikipedia.