Fundgrube

+++ Interessantes zu Leben, Erde, Mensch und Umwelt +++
Archiv 2006 - 2008

Die Auswirkungen des Klimawandels in Deutschland

nach den Ergebnissen des Klimamodells des Max-Planck-Instituts für Meteorologie fasst Spiegel online >> hier zusammen. Die komplette Studie kann als download beim Umweltbundesamt >> hier heruntergeladen werden (pdf, 16,1 Mb).

 

Gartenstädte im Amazonas-Regenwald?

Dass der Amazonas-Regenwald schon vor Ankunft der Europäer kein unberührter Urwald war, ist seit langem bekannt - ein Beleg sind etwa die Orte fruchtbarer Schwarzerde, die von Ureinwohnern geschaffen wurden (>> mehr). Nun wurden hier ganze Städte gefunden, die offenbar nach dem Prinzip von “Galaxienhaufen” angelegt sind: Eine befestigte Zentralstadt mit kleineren, ebenfalls befestigten Satellitenstädten, zu denen eine Reihe kleinerer, unbefestigter Orte gehörten, die im landwirtschaftlich genutzten Umland liegen. Dr. Michael Heckenberger von der University of Florida glaubt, dass es alleine im (20.000 Quadratkilometer großen) Gebiet des oberen Xingu 15 solcher “Haufen” gab, in denen von 1.500 Jahren bis vor etwa 400 Jahren 50.000 Menschen lebten.

Mehr: The Economist >>
Amazon Garden City (englischsprachig);
Mann, Charles C.: Ancient Earthmovers of the Amazon. Science 29. August 2008: Band 321, Nr. 5893, Seiten 1148 - 1152.

 

Die Zukunft des Autos

diskutiert DER SPIEGEL in seiner Titelgeschichte des Heftes 31/2008. Eine Revolution tut not, hat auch der SPIEGEL erkannt: Die Autos brauchen heute schon die Hälfte des gesamten geförderten Erdöls; ihre Zahl soll sich in 20 Jahren verdoppeln - die Erdölförderung werde bis dahin aber weit unter das heutige Niveau zurückgehen (wissen Leser dieser Seiten schon lange, steht z.B. >> hier). DER SPIEGEL: “Hier geht eine Rechnung nicht auf”, “es wird eng für das Auto”. Die Lösung sieht DER SPIEGEL im Elektroauto - da es Energie viel besser nutzt als heutige Autos, reicht eine Strommenge entsprechend zwei Litern Benzin für bis zu 100 Kilometer Fahrtstrecke; beim heutigen Strommix entspräche dies, einer Studie des IFEU- und Wuppertal-Instituts zufolge, der Klimabelastung eines Drei-Liter-Autos. Die Umstellung aller Autos würde den Stromverbrauch um 16 Prozent steigen lassen. Problem sei zum Einen die Batterietechnik, wo die Durchbrüche bei Preis, Sicherheit und Lebensdauer aber näher rückten; zum Anderen die Autoindustrie, die die Energiekrisen bisher überstanden hat “wie ein Fettsüchtiger, der nach zwei Herzinfarkten unbekümmert weiterschlemmt.” Der Leichtbau mit neuen Materialien etwa werde “viel zu zögerlich angepackt”; Porsche und VW würden die ursprünglich für dieses Jahr angekündigten Hybrid-Geländewagen frühestens 2010 auf den Markt bringen, Audi habe den Plan ganz aufgegeben. Die angekündigte Einführung von Elektroautos in Kürze macht den SPIEGEL denn auch skeptisch, er zeuge “eher vom Mut der Verzweiflung als von einer seriösen Abschätzung der Machbarkeiten.” (Dass die Autoindustrie mit einer falschen Orientierung ihre eigene Zukunft gefährdet, ist auf diesen Seiten auch seit längerem vermutet - siehe >> hier)

Siehe auch >> Ein nachhaltiges Verkehrskonzept

 

Vorschlag für ein EU-Klima- und Energiepaket

Nachdem der Europäische Rat im Frühjahr 2007 angekündigt hat, die europäischen Kohlendioxid-Emissionen bis 2020 gegenüber 2005 um 20 Prozent zu verringern (und im Falle eines globalen Klimaschutzabkommens um 30 Prozent), hat am 23.1. die EU-Kommission ihren Vorschlag vorgelegt, wie dieses umgesetzt werden soll. Er besteht aus mehreren einzelnen Vorschlägen. Unter anderem gibt es einen Vorschlag zur Verteilung der Vorgaben auf die Mitgliedsstaaten (Deutschland müsste seine Emissionen um 14 Prozent verringern, weniger als ohnehin im Energie- und Klimaprogramm der Bundesregierung vorgesehen), einen für eine neue Richtlinie zur Förderung erneuerbarer Energien und einen für einen zur Zukunft des Emissionshandelssystems (>> mehr). Ab 2013 sollen zwei Drittel, ab 2020 alle Zertifikate versteigert werden - Ausnahmen soll es nur für Branchen geben, bei denen Konkurrenten in ihren jeweiligen Ländern keine Belastungen durch Klimaschutzmaßnahmen tragen müssen.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie sieht durch diese Pläne “Millionen von Arbeitsplätzen gefährdet” - wie bei Maßnahmen zum Umweltschutz dort so üblich. Dagegen kommt der britische Carbon Trust in einer Studie zu dem Schluss, dass von einen Kohlendioxidpreis von 20 Euro/Tonne zwar 50 Prozent der Emissionen, aber nur 1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts von “bedeutende” Kosten betroffen wären; vor allem in Aluminium-, Zement- und Stahlindustrie - genau jene Branchen, für die die Ausnahmen vorgesehen sind.

>> Webseite der Kommission zum Energie- und Klimapaket mit links zu den relevanten Texten
>> Carbon Trust:
Pressemitteilung zu der Studie mit link zum pdf-download (englischsprachig)

 

Die Wüste zum Blühen gebracht ...

... hat der brasilianische Ingenieur und Umweltschützer José Roberto Fonseca von der Firma Eco-Engenho im kleinen Ort Baixas im trockenen Nordosten des Landes - und zwar mit Hilfe von Sonnenstrom. Mit Solarzellen wird in dem unter anderem von der deutschen InWEnt geförderten Projekt Wasser gepumpt, mit dem Chilischoten in Hydrokultur angebaut werden; Chilischoten sind Bestandteil der im Nordosten weit verbreiteten Pfeffersauce. Das Wasser wird im Kreislauf geführt. Heute leben in dem Ort bereits 11 Familienbetriebe von der Saucenherstellung.

>> Newsweek 10.12.2007: Bringing Spice to a Hot Land (englischsprachig)
>>
Website Eco-Engenho (portugiesisch-/englischsprachig), dort “Projekt H2SOL”

 

UN-Klimagipfel auf Bali

Ein deutlicher Rückgang der weltweiten Emissionen (“deep cuts in global emissions”) ist notwendig, um das Ziel der Klimarahmenkonvention von 1992 zu erreichen; und Handeln ist jetzt notwendig: Das ist der Konsens der 13. Vertragsstaatenkonferenz vom Dezember 2007 auf Bali. Daher wurde beschlossen, dass es einen Folgevertrag zum Kyoto-Protokoll (mehr >> hier) geben soll, wo es um mess- und überprüfbare Reduktionsziele für die Industrieländer und angemessene Aktivitäten für Entwicklungs- und Schwellenländer gehen wird. Ein Arbeitsprogramm soll in den nächsten Wochen erstellt werden. Die genaue Bezifferung der Reduktionsziele und die Definition der “angemessenen Aktivitäten” der Schwellenländer wird sicherlich noch für Diskussionsstoff in den zwei Jahren sorgen, bis der Folgevertrag fertig sein soll - aber immerhin eröffnet der erreichte Konsens die Möglichkeit eines weltweit koordinierten Vorgehens gegen den Klimawandel.

>> UNFCCC: Download des “Bali Action Plan” (pdf, 102 kB, englischsprachig)

 

Energie: China und Indien bestimmen die Zukunft

Mit dem Energieverbrauch der aufstrebenden Staaten China und Indien beschäftigt sich der aktuelle Jahresausblick der Internationalen Energieagentur: Beide Staaten tragen selbst bei vorsichtigen Wachstumsannahmen den Löwenanteil (45 Prozent) zum künftigen Wachstum des Weltenergieverbrauchs bei, der bei unveränderter Politik bei 55 Prozent bis zum Jahr 2030 liegen könnte. Der Kohleverbrauch könnte gar um 73 Prozent steigen; die Emissionen an Kohlendioxid um 57 Prozent. Zum Thema nachhaltige Energiepolitik sagt der Bericht wörtlich: “There has so far been more talk than action in most countries” - viel Gerede, wenig Aktivität. Dabei würde selbst bei Umsetzung aller versprochenen Maßnahmen der Kohlendioxid-Ausstoß immer noch um 27 Prozent ansteigen; der Klimawandel würde damit nicht auf ein vermutlich beherrschbares Maß begrenzt - eine Temperaturerhöhung um 3 Grad wäre vorprogrammiert. Die Folge: “Urgent action is needed”, bis 2012 müsse eine Wende geschafft sein, wenn das Mindestziel (für die IEA: den Temperaturanstieg auf 2,4 Grad zu begrenzen) erreicht werden soll. Eine besonderes Problem stellen dabei die Emissionen aus Kohlekraftwerken dar; besonders wirtschaftlich sind Maßnahmen zur effizienten Energienutzung. Und China und Indien? Werden schon wegen der Luftverschmutzung etwas gegen ihre Emissionen tun müssen, brauchen aber die Hilfe der reichen Industrieländer, die im übrigen wirtschaftlich auch vom Wachstum dort profitieren. Und mit dem Export effizienter Technologien ihre eigene Versorgungssicherheit verbessern.

>> Webseite der Internationalen Energieagentur mit Möglichkeit zum download der Zusammenfassung des Berichts (World Energy Outlook 2007; englischsprachig)

Zum Thema auf diesen Seiten: >> Energie für morgen

 

Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre steigt immer schneller

Der Kohlendioxidgehalt in der Atmosphäre hat im Jahr 2006 so schnell zugenommen wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit: Eine aktuelle Zusammenstellung zufolge, die jetzt von der amerikanischen Akademie der Wissenschaften veröffentlicht wurde (>> hier), wurden im Jahr 2006 aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe und der Zementindustrie der Rekordwert von 8,4 Milliarden Tonnen Kohlenstoff freigesetzt; die Freisetzung durch Änderungen der Landnutzung (1,5 Milliarden Tonnen) blieb etwa gleich. Da zudem auch die Aufnahme von Kohlendioxid durch Kohlenstoffsenken (mehr >> hier) gleich blieb, stieg die Konzentration in der Atmosphäre stärker an als jemals zuvor: netto verblieben im Jahr 2006 über 5 Milliarden Tonnen Kohlenstoff in der Atmosphäre. Für den Anstieg der Emissionen gibt es einen Hauptgrund: eine weiter wachsende Weltwirtschaft, die nach Jahren des Fortschritts wieder kohlenstoffintensiver wird - je Dollar Wertschöpfung wird wieder mehr Kohlendioxid freigesetzt. Hintergründe sind ungenügend steigende Energieeffizienz und die zunehmende Bedeutung der Kohle zur Energieerzeugung.

>> Artikel in den Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA
     (pdf, 1,4 MB, englischsprachig)
Auf diesen Seiten: >>
Kohlenstoffkreislauf und Klimawandel

 

Friedensnobelpreis für IPCC und Al Gore

Der Friedensnobelpreis 2007 geht zu gleichen Teilen an den Weltklimarat IPCC und den amerikanischen Ex-Vizepräsidenten und Umweltschützer Al Gore. Der IPCC erhält den Preis, da er mit seinen Berichten einen Konsens über die Zusammenhänge zwischen menschlichem Handeln und Klimaerwärmung hergestellt habe; Al Gore habe als Einzelperson wahrscheinlich am meisten zu einem größeren Verständnis für die nötigen Gegenmaßnahmen gegen den Klimawandel beigetragen. Mit dem Preis dokumentierte das Nobelkomitee auch seine umfassende Auffassung von Frieden: Durch den Klimawandel könne die Kriegsgefahr zunehmen, da er zu Bevölkerungsbewegungen und einem verstärkten Kampf um die Rohstoffe kommen könnte.

mehr zum >> IPCC und dem >> aktuellen Klimabericht
Buchbesprechung >>
Al Gore: “Eine unbequeme Wahrheit”

 

Raumschiff Erde
Eine kurze Geschichte der Menschheit

Fast das gleiche Themenspektrum wie diese Seiten hat das aktuelle “Spektrum der Wissenschaft” - Spezial. Unter dem Titel “Raumschiff Erde” geht es um den Ursprung von Kosmos und Sonnensystem und die Entstehung der Erde, um die irdische Wetter- und Klimamaschine, die Geschichte des Lebens und die Evolution des Menschen, die Ausbreitung der Landwirtschaft und die Herausforderung des Erhalts der ökologischen Systeme.

Spektrum der Wissenschaft Spezial 2/07: Raumschiff Erde. 8,90 €.

 

Wie Politik gegen den Klimawandel aussehen müsste

Ein neues Buch bietet mehr, als sein Titel verspricht: “Der UN-Weltklimareport” ist zum einen eine Zusammenfassung des 4. UN-Weltklimareports, zum anderen aber auch ein engagiertes Plädoyer für einen ökologischen Umbau der Industriegesellschaft. Die Herausgeber, die allesamt im Bundesumweltministerium arbeiten, stellen den Klimawandel in den größeren Zusammenhang der Nachhaltigkeit, bevor sie die Ergebnisse des Klimareport darstellen und anschließend politische Schlußfolgerungen ziehen. So sind unter anderem auch die Vorschläge des Umweltministeriums für ein Klimaschutzprogramm abgedruckt, die Basis die im August 2007 verabschiedeten Eckpunke für ein integriertes Energie- und Klimaprogramm der Bundesregierung waren. In einem Artikel über die Verhandlungen zu diesem Programm zwischen Wirtschafts- und Umweltministerium zitierte der Spiegel einen Teilnehmer eines dritten Ministeriums mit den Worten, dass die Umweltbeamten meist besser vorbereitet, kreativer und frecher waren - nach diesem Buch zu urteilen, könnte das stimmen. Und da das Programm das Ziel der Bundesregierung noch nicht abdeckt, werden die Argumente auch noch die politische Diskussion der nächsten Jahre bestimmen. Es zu lesen, lohnt sich also.

Michael Müller, Ursula Fuentes und Harald Kohl: Der UN-Weltklimareport. Bericht über eine aufhaltsame Katastrophe. Kiepenheuer & Witsch 2007, 12,95 €.

 

Untergang und Zukunft von New Orleans

Am 29. August 2005 wurde die Stadt New Orleans durch den Hurrikan Katrina fast vollständig zerstört. Was wie eine einzigartige Naturkatastrophe scheint, begann eigentlich schon im Jahr 1718, als die Stadt gegründet wurde: Bereits ein Jahr später wurde die Stadt zum ersten Mal durch eine Hurrikan zerstört, und in den Jahren 1722 und 1723 erneut. Seither wurde die Stadt 27 Mal überschwemmt und von Hurrikanen betroffen.

>> mehr

 

So können wir das Klima retten

Das deutschsprachige Gegenstück zu >> George Monbiots HEAT: Das Buch Wir Klimaretter von Toralf Staud und Nick Reimer zeigt, was getan werden muss, um dien deutschen Kohlendioxid-Ausstoß bis 2020 zu halbieren und damit die Voraussetzung zu schaffen, den >> Klimawandel auf eine Erwärmung von 2 Grad Celsius zu beschränken. Nach einer kurzen Analyse der Gründe des bisherigen Versagens von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft werden 11 Lösungsansätze vorgestellt. Effizienzrevolution, dezentrale Energieversorgung, erneuerbare Energien und Niedrigenergiehäuser gehören zu diesen Strategien, die durch einen Zehn-Punkte-Plan (“So werden Sie Klimaretter”) für jeden Leser ergänzt werden. Eine Buchbesprechung finden Sie >> hier.

Zu diesem Buch gehört die Internet-Seite >> www.wir-klimaretter.de

 

EU-Klimaziele

Auf dem EU-Gipfel haben die Staats- und Regierungschefs der 27 Mitgliedsländer beschlossen, dass die EU ihre Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um mindestens 20 Prozent gegenüber 1990 reduziert. Dieses Ziel soll über effizientere Energienutzung und erneuerbare Energien erreicht werden; erneuerbare Energien sollen bis 2020 einen Anteil von 20 Prozent am Gesamtenergieverbrauch haben, der Biokraftstoffanteil soll auf 10 Prozent steigen. Wenn andere Staaten nachziehen, will die EU ihre Emissionen um 30 Prozent senken. Um einen Klimawandel von mehr als 2 °C zu vermeiden, reichen diese Maßnahmen noch nicht aus (>> Wie viel Treibhausgase sind erlaubt?); dennoch stellen sie politisch eine Herausforderung dar: Es ist nämlich noch ungeklärt, wie das Reduktionsziel auf die einzelnen Mitgliegsländer verteilt werden soll. Außerdem hat die EU keine Sanktionsmöglichkeiten, wenn Mitgliedsstaaten das Ziel nicht erreichen. Schon das Kyoto-Ziel (Reduzierung für den Zeitraum 2008 bis 2012 um 8 Prozent gegenüber 1990) wird von der EU kaum erreicht werden. Verstärkte Anstrengungen werden also nötig sein, die Hoffnung von EU-Umweltkommissar Dimas ist: “Der Druck der Realität zwingt uns zum Handeln”.

Siehe auch auf diesen Seiten: >> Strategien gegen den Klimawandel; >> Energie für morgen.

 

Erdgeschichtlicher Treibhauseffekt?

Einen neuen Mechanismen für einige der Massenaussterben in der Vergangenheit (>> Das Zeitalter der Fossilien) beschreibt der Geologieprofessor Peter D. Ward in Spektrum der Wissenschaft 3/07: Die Massenaussterben am Ende des Perms und der Trias zogen sich offenbar über Hunderttausende von Jahren hin, so dass ein Meteoriteneinschlag nicht die (einzige) Ursache gewesen sein kann. Aber es gibt geochemische Hinweise auf eine Blüte von Fotosynthese treibenden grünen Schwefelbakterien zur Zeit dieser beiden Aussterbeereignisse. Diese Bakterien können nur in einer sauerstofffreien Umgebung leben. Computersimulationen ergaben das folgende mögliche Szenario zur Erklärung: Die von Vulkanausbrüchen freigesetzten Treibhausgase Kohlendioxid und Methan führten zu einer raschen globalen Erwärmung, wodurch das Meerwasser weniger Sauerstoff aufnehmen kann. Dadurch verbesserten sich die Lebensbedingungen für anaerobe Tiefseebakterien, die Schwefelwasserstoff produzieren. Schließlich kann sich die Grenzschicht verlagern, die in manchen Meeren sauerstoffreiches Wasser von Wasser trennt, dass mit Schwefelwasserstoff durchsetzt ist – sie kann die Wasseroberfläche erreichen. Dann kann Schwefelwasserstoff in die Atmosphäre entweichen. Der Schwefelwasserstoff vergiftet sauerstoffliebende Meeresbewohner sowie Tiere und Pflanzen auf dem Festland. Außerdem greift er die Ozonschicht an, die dadurch nicht mehr zurückgehaltene UV-Strahlung schädigt das Leben weiter.

Hinweise auf weitere (nicht zu den „Big Five“ gehörende) Aussterbeereignisse, die ebenfalls durch eine globale Erwärmung ausgelöst wurden, gab es schon zuvor – etwa am Ende des Paläozäns. Treibhausgase könnten also in der Erdgeschichte bereits mehrfach der Auslöser für ein Massensterben gewesen sein.

Quelle: Peter D. Ward: Tod aus der Tiefe. Spekrum der Wissenschaft 3/07, S. 26-33.
Siehe auch auf diesen Seiten: >>
Das Zeitalter der Fossilien - Aussterbeereignisse

 

China plant den Klimaschutz

Vermutlich im Jahr 2009 wird China der weltgrößte Emittent von Treibhausgasen sein. Zwar liegen die Pro-Kopf-Emissionen immer noch weit unter denen der Industrieländer, aber China hat eben auch weit mehr Köpfe. Dennoch hat China bisher beim Klimaschutz immer auf die historische Verantwortung der Industrieländer verwiesen. Das könnte sich ändern: Die ZEIT berichtet von einem Nationalen Plan für Klimaschutz, der noch im ersten Halbjahr 2007 verabschiedet werden soll. Dort sollen Emissionsszenarien zeigen, wie sich die chinesischen Emissionen je nach Energiemix ändern könnten. Zudem wurde der ehemalige Umweltminister Xie Zhenhua in die Nationale Reformkommission berufen, die über den Ministerien steht.
Quelle: DIE ZEIT Nr. 8/15.2.07

 

Das Mega-Kraftwerk: Sparen

Eine neue SPIEGEL-Serie beschäftigt sich mit der Zukunft der Energieversorgung. In Teil 1 im SPIEGEL vom 12.2.07 zeigen die Autoren, dass konsequentes Sparen “die sicherste und sauberste aller Energien” ist - und sogar Gewinn abwirft. So ist eine Energiesparlampe wesentlich rentabler als jede Geldanlage, und alle Europäer könnten mit dieser Technik jedes Jahr 4,3 Milliarden Euro sparen; und auch viele andere Effizienztechniken rechnen sich. Bei Häusern berichtet der Beitrag von “einem wahren Rennen” um das beste Konzept zum energiesparenden Haus, für Unternehmen zitiert er Ernst Ulrich von Weizsäcker mit “Ich kenne keine Branche, in welcher nicht eine Vervierfachung der Energieproduktivität erreichbar wäre.”
Quelle: DER SPIEGEL Nr. 7/12.2.07

Siehe auch auf diesen Seiten: >> Energie für morgen

 

Der Fluch des Erdöls

Dass der Kampf um Rohstoffe zu internationalen Konflikten führen kann, ist wohlbekannt und auch auf diesen Seiten beschrieben (>> Der Kampf um Rohstoffe). In Fachkreisen wird auch schon lange diskutiert, dass Rohstoffvorkommen der wirtschaftlichen Entwicklung von Ländern schaden können - Stichwort “Rentenstaaten”. Wie sich dieses ganz konkret auswirken kann, zeigt National Geographic in seinem Februar-Heft 2007: Unter dem Titel “Der Fluch des Erdöls” beschreibt der Beitrag, wie dieser Rohstoff dazu beiträgt, ein Land zu zerstören - ökologisch, aber auch wirtschaftlich.

Weblinks: >> National Geographic Deutschland - Der Fluch des Erdöls

 

Klima versetzt Berge

Dass Berge das Klima beeinflussen, ist seit langem bekannt: So können Berge zu Steigungsregen führen, im Windschatten der Berge ist es dann trocken. Ebenso ist bekannt, dass Regen, Eis, Wind, Kälte und Hitze das Gesicht einer Landschaft formen können. Aber das Klima auch die Gebirgsbildung beeinflussen kann, zeigt Kip V. Hodges in Spektrum der Wissenschaft 2/2007: Die wolkenbruchartigen Regenfälle des indischen Monsun tragen die Südflanke des Himalaya ab und beeinflussen damit den Energiefluss tief unter der Erdoberfläche. Unter dem Himalaya liegt nämlich eine Schicht durch die Last des Gebirges plastisch gewordenen Gesteins, die am Südhang, der durch die Erosion abgetragen wird, auf den geringsten Widerstand stößt. Daher steigt das Material dort an die Oberfläche auf - und verhindert dadurch, dass der Himalaya an Höhe verliert. Belege für diese Hypothese sieht Hodges unter anderem darin, dass die Regionen mit den stärksten Monsun-Regen auch diejenigen sind, an denen die Erdkruste sich am stärksten anhebt.

Quelle: Kip V. Hodges: Wie das Klima Berge versetzt. Spektrum der Wissenschaft 2/07, S. 52-59.

 

Gab es Leben auf dem Mars?

Unser Nachbarplanet Mars ist heute kalt und trocken. In der Frühzeit seiner Entwicklung, als die Ära der großen Asteroiden- und Kometeneinschläge (>> Wie unser Sonnensystem und die Erde entstanden sind) vorbei ging, war dieses aber anders: Auf der Oberfläche des Mars gab es große Mengen flüssigen Wassers. Dies ist durch von Wasser geprägte geologische Formen und durch hydratisierte Sulfate nachweisbar. Die Frage ist: Wie lange dauerten diese erdähnlichen Bedingungen an? Reichte die Zeit, um auch auf dem Mars Leben entstehen zu lassen? Um das Alter von Bodenproben bestimmen zu können, müssten diese auf die Erde gebracht werden; eine Antwort wird also noch dauern.
Quelle: Wasser auf dem frühen Mars. Spektrum der Wissenschaft 2/07

Weblinks: >> Mars Exploration Rover: Webseite zu den beiden Robotern, mit den die NASA Spuren des früheren Wassers auf dem Mars sucht (englischsprachig).

© Jürgen Paeger 2006 - 2010

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